Donnerstag, April 25, 2024
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Astronomen: Planet Neun könnte unser Sonnensystem gekippt haben (Video)

Irgendwo im fernen Kuipergürtel könnte er sich versteckt halten: Nachdem Planet Neun noch nicht direkt beobachtet werden konnte, versuchen Astronomen seine Existenz anhand der Bewegungen anderer Objekte in unserem Sonnensystem zu belegen.

Zwar liegt nach wie vor kein Beweis vor, dass er existiert, doch die Hinweise mehren sich und machen es immer wahrscheinlicher, dass ein großer Himmelskörper bisher unerkannt im fernen Kuipergürtel seine Kreise zieht.

Zwei Wissenschafterteams haben nun eine spezielle Eigenart unseres Sonnensystems mit dem Einfluss dieses ominösen Planeten Neun in Zusammenhang gebracht.

Alle acht Planeten des Sonnensystems bewegen sich seit ihrer Geburt in der selben orbitalen Ebene – doch diese stimmt mysteriöserweise nicht mit der Rotationsachse der Sonne überein, die um sechs Grad gegenüber der Achse der Planetenumläufe geneigt ist (New Horizons: Ein neues Kapitel bei der Suche nach Planet X (Nibiru) ?).

Zwar haben Astronomen schon einige Theorien aufgestellt, warum das so ist – ins Spiel gebracht wurden etwa magnetische Wechselwirkungen der Sonne mit der protoplanetaren Scheibe oder ein nahe vorbeiziehender Nachbarstern, der an der Sonne zog -, doch wirklich befriedigend sind diese Thesen auch nicht.

Nun liegt eine neue Erklärung vor: Ein hypothetischer Planet in den äußeren Regionen des Sonnensystems könnte auf die Umlaufebenen der Planeten eingewirkt haben. Vor einigen Monaten haben die beiden Astronomen Michael Brown und Konstantin Batygin vom California Institute of Technology (Caltech) in Pasadena Planet Neun bereits für die ungewöhnlichen Orbits einiger Kuipergürtel-Objekte verantwortlich gemacht und damit seine Existenz untermauert (Massensterben auf der Erde durch „Planet X“ (Video)).

Elizabeth Bailey, ebenfalls Wissenschafterin am Caltech, erweitert diese Idee nun auf die Umlaufbahnen aller Planeten.

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(Die Umlaufbahnen der sechst fernsten Objekte des Sonnensystems weisen alle auf diesen neunten Planeten hin. Dessen exzentrischer Orbit könnte auch die Bahnebenen der übrigen acht Planeten beeinflusst haben, vermuten nun zwei Forscherteams)

„Nachdem wir annehmen, dass Planet Neun eine signifikante Bahnneigung aufweist, müsste dies Einfluss auf andere Himmelskörper haben – und zwar in genau dem Ausmaß, der die Orbits der Planeten erklären würde“, erklärt Bailey. „Es ist wie ein Puzzlestück, das haargenau passt.“

Bisherige Annahmen gehen davon aus, dass Planet Neun die fünf- bis zwanzigfache Masse der Erde besitzt und in einer hochexzentrischen Bahn kreist, deren fernster Punkt 250 Mal so weit weg ist wie die Erde von der Sonne. Dieser langgezogene Orbit ließ einige Astronomen vermuten, dass Planet Neun einst aus einem fremden Sternsystem gekidnappt worden ist (Planetenklau: Zwergplanet in unserem eigenen Sonnensystem)

Geschah dies früh genug in der Geschichte des Sonnensystems, dann hätte Planet Neun genug Zeit gehabt, um die Umlaufbahnen der Planeten gegenüber der Rotationsachse der Sonne zu neigen, meint Bailey.

In der Zwischenzeit hat sich Morbidellis Tendenz für die Existenz von Planet 9 sogar verstärkt. Zusammen mit brasilianischen Kollegen hat er in den letzten Monaten ausgerechnet, wie der Planet 9 sich auf die Umlaufbahn der inneren Planeten ausgewirkt haben könnte. «Wir fanden heraus, dass Planet 9 über die viereinhalb Milliarden Jahre seit der Entstehung des Sonnensystems die Ebene, in der die anderen Planeten um die Sonne kreisen, um 7 Grad gekippt hätte. Das entspricht genau der bekannten Neigung der Planetenbahnen!»

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Dabei spielt die eigene Bahnneigung von Planet Neun und nicht seine Masse die Hauptrolle, ergänzt Alessandro Morbidelli vom Côte d’Azur Observatorium in Nizza, der unabhängig von Bailey zu den selben Ergebnissen gekommen war (Dramatische Veränderungen in unserem Sonnensystem (Video)).

„Wäre es allein eine Frage der Masse, dann wäre wohl eher Jupiter der Hauptverdächtige“, meint Morbidelli. Ein Beweis für die Existenz von Planet Neun sind diese Daten allerdings auch nicht. Den kann allein seine direkte Beobachtung mit einem Teleskop erbringen.

«Vulkan» wäre passend

Alessandro Morbidelli ist inzwischen fast sicher, dass der neunte Planet existiert. So sehr, dass er sich bereits Gedanken darüber macht, wie man den Neuling nennen sollte. «Er sollte wie die anderen Planeten nach einem Gott der Antike benannt werden. Ich kenne mich nicht aus mit griechischer Mythologie, aber ich würde eine Gottheit wählen, die aus dem Olymp verbannt worden ist.» Eine solche Gottheit gibt es in der Tat. Sie schmiedete die Waffen der olympischen Götter und hiess – Vulkan.

Wie Planeten getauft werden – Götter am Himmel

Die meisten Planeten unseres Sonnensystems waren den Menschen schon in der Antike bekannt – auch wenn diese damals noch keine klare Vorstellung davon hatten, was genau ein Planet ist. Mit Ausnahme der Erde erhielten die Himmelskörper Namen aus der römischen und griechischen Mythologie.

Als in der Neuzeit die Planeten Uranus, Neptun und Pluto – heute ein Zwergplanet – entdeckt wurden, hielt man an dieser Tradition fest. Merkur zum Beispiel ist der römische Gott des Handels, der entsprechende Planet erhielt seinen Namen vermutlich, weil er sich so schnell am Himmel bewegt.

Oder Venus: Sie ist die römische Gottheit für Liebe und Schönheit – kein anderer Planet leuchtet heller am Himmel als Venus. Mars ist der römische Gott des Krieges, der Planet bekam den Namen wohl wegen seiner roten Farbe. In letzter Instanz zuständig für die Vergabe von Namen an Planeten und ihre Monde ist die Internationale Astronomische Union (IAU).

Literatur:

Nicht von dieser Welt: Dinge, die es nicht geben dürfte von Hartwig Hausdorf

Auf den Spuren alter Mythen: Neue Expeditionen in die sagenhafte Vergangenheit des Planeten Erde von Zecharia Sitchin

DIE ANUNNAKI. Vergessene Schöpfer der Menschheit von Gerald R. Clark

Historia Mystica: Rätselhafte Phänomene, dunkle Geheimnisse und das unterdrückte Wissen der Menschheit von Lars A. Fischinger

Video:

Quellen: PublicDomain/derstandard.at am 23.07.2016

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