Auf die Bretter, fertig, los zum Weltcup im Ski Alpin

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CC0 pixabay / adege

In 20 Orten auf zwei Kontinenten wetteifern die besten Skisportler der Welt ab dem 27. Oktober um den Weltcup im Ski Alpin. Den Auftakt machen wie gewohnt Rennen im österreichischen Sölden, und das Weltcup-Finale führt die Athleten vom 13. bis 17. März 2019 in die Pyrenäen in Andorra.

Die ersten Rennen der Saison werden auf dem Rettenbachgletscher im Riesenslalom ausgetragen. Die Frauen treten am Sonnabend an, und am Sonntag folgen die Herren im Riesentorlauf. Bis zu 27.000 Zuschauer zieht es alljährlich nach Sölden, um sich die Eröffnungsrennen und die anschließende Weltcup-Party nicht entgehen zu lassen. Bis zu 85 Stundenkilometer erreichen die Slalomfahrer auf der Piste, die an den steilsten Stellen einen Neigungswinkel von 65 Grad hat. Der Höhenunterschied bei den Abfahrten liegt bei 370 Metern.

Zwei Wochen später folgen die nächsten Slalomrennen im finnischen Levi, ehe es für einen kurzen Abstecher in die Neue Welt nach Kanada zum Lake Louise geht.

Der alpine Ski-Weltcup ist in fünf Disziplinen unterteilt. Der Slalom ist der langsamste Wettbewerb, was ihn allerdings nicht weniger anspruchsvoll macht. Dicht aufeinander folgende Tore auf der Strecke zwingen die Athleten zu rapiden Richtungswechseln, um die Tore mit ihren biegbaren Kippstangen möglichst eng zu umfahren und Verletzungen so gut wie möglich zu vermeiden.

Beim Riesenslalom liegen die in der Anzahl reduzierten Tore weiter auseinander, was die Abfahrt schneller macht. Außerdem sind sie weniger stark verankert und bei Berührung deutlich flexibler.

Super-G steht für Super Giant Slalom, also Super-Riesenslalom, und ist die jüngste Disziplin im Ski Alpin. Dabei wird die Geschwindigkeit des Abfahrtsrennens mit der Präzision des Slaloms verbunden. Sprünge erschweren den Wettbewerb zusätzlich.

Als Königsdisziplin gilt seit jeher das Abfahrtsrennen. Eine im Reglement vorgeschriebene Mischung aus vereisten Flächen, technisch herausfordernden Kurven, extrem steilen Teilstücken, weiten Sprüngen und flachen Stellen macht die Abfahrt sehr schnell und auch riskanter als die anderen Wettbewerbe.

Zum letzten Mal wird die Super-Kombination im Kampf um den Weltcup gefahren. Dabei wird der Super-G mit der Abfahrt verbunden und erfordert dadurch Kraft, Ausdauer und Vielseitigkeit auf den Brettern. Die Super-Kombination steht vom 18. bis 20. Januar im schweizerischen Wengen auf dem Programm. Außerdem finden dort Abfahrt und Slalom statt. Ein eigenes Rennen ist die Lauberhornabfahrt, mit fast 4,5 Kilometer die längste Abfahrt im Weltcup.

Was die Super-Kombination ersetzen wird, steht noch nicht fest.

Als traditionell stärkste Nation im alpinen Ski hat sich mit weitem Abstand Österreich erwiesen. Als Favorit auf den Gesamtsieg bei den Herren gilt dementsprechend laut Betway, mit einer Quote von 3 zu 5, wie in den Vorjahren der Österreicher Marcel Hirscher, gefolgt von Henrik Kristoffersen aus Norwegen. Bei den Frauen ist die US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin deutliche Favoritin, gefolgt von der Schweizerin Lara Gut und deren Landsmännin Wendy Holdener.

Außer der großen Kristallkugel für den Gesamtsieg im Weltcup werden auch kleine Kristallkugeln in den einzelnen Disziplinen verliehen. Die 30 besten Sportler in jedem Rennen bekommen je nach Platzierung gestaffelte Punkte. Dem Sieger werden 100 Punkte gut geschrieben, der Zweite erhält 80 Punkte, der Dritte 60 Punkte, und der 30. bekommt einen Punkt.

Außerdem geht es um Preisgelder. Die höchstdotierte Frau im alpinen Ski war in der vergangenen Saison Mikaela Shiffrin mit Einnahmen in Höhe von 600.000 Euro. Damit lag sie noch vor Marcel Hirscher, der 570.000 Euro kassierte, allerdings auch in weniger Rennen antrat. Sieben Mal hintereinander hat der Österreicher den Gesamtsieg im Weltcup seit 2011/2012 davon getragen.

Die Preisgelder variieren je nach Strecke und Wettbewerb. Das Hahnenkamm-Rennen auf der Streif in Kitzbühel, das mit einem Neigungsgefälle von 85 Prozent als legendärste Abfahrt der Welt gilt, ist mit insgesamt 550.000 Euro dotiert. In Kitzbühel entstand auch die Idee für den Weltcup, der seit 1967 ausgetragen wird. Der Finalort wechselt in unregelmäßiger Folge. Deutschland war ein einziges Mal Austragungsort, nämlich 2010 in Garmisch-Partenkirchen. Dafür werden in dieser Saison gleich an zwei Wochenenden im Februar Weltcup-Wettbewerbe in Garmisch-Partenkirchen ausgetragen.

Als beste deutsche Athleten gehen bei den Frauen Viktoria Rebensburg und bei den Männern Thomas Dreßen an den Start.

Seit 1998/1999 ist Österreich in der Wertung in diesem Wintersport ungeschlagen, was sowohl den Nationengesamtcup wie auch den Cup bei den Männern anbelangt. Bei den Frauen holte Italien 2016/2017 den Gesamtsieg, 19 Jahre, nachdem Deutschland zwei Mal in Folge die Vorherrschaft

der Österreicherinnen unterbrochen hatte. Beste Super-G-Fahrerin aller Zeiten ist die Deutsche Katja Seizinger, die in ihrer Karriere fünf Weltcupsiege in der Disziplin geholt hat und damit gleichauf mit dem Österreicher Hermann Maier, dem Rekordhalter bei den Männern, liegt.

Insgesamt hat Österreich bislang 39 Nationencupsiege verbucht. Damit liegt das Alpenland an einsamer Spitze vor der Schweiz mit sieben Nationencupsiegen und Frankreich mit fünf.

Die österreichischen Frauen gingen bisher „nur“ 31 Mal siegreich hervor, gefolgt von der Schweiz mit neun Siegen, Frankreich mit sechs und Deutschland mit drei Erfolgen. An fünfter Stelle liegen die USA mit je einem Sieg bei den Frauen gleichauf mit Italien, etwas, das Vorjahressiegerin Mikaela Shiffrin in dieser Saison ändern will. Bis Mitte März hat sie dafür die Gelegenheit.