Der Untergang von Ur-Athens Armee im Atlantisbericht

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„In der darauffolgenden Zeit aber gab es gewaltige Erdbeben und Überschwemmungen; es kam ein schlimmer Tag und eine schlimme Nacht, da eure [der Athener] ganze Streitmacht mit einem Male in der Erde versank, und ebenso versank auch die Insel Atlantis ins Meer und verschwand darin.“ (Timaios, 25d)

Die Zerstörung der athenischen Armee, gemeinsam mit der von Atlantis, wie von Plato berichtet (Timaios, 25d), macht keinen Sinn, wenn die gesamte Erzählung, wie häufig behauptet wird, lediglich ein moralisches Lehrstück darstellt, in welchem die sündhaften und korrumpierten Atlantier aufgrund ihres bösen Wesens vernichtet werden.

Im Normalfall würde solch eine Geschichte die angeblich moralisch überlegenen Athener so vorführen, dass sie prosperieren und über ihre Gegner triumphieren. Die bloße Tatsache, dass beide militärischen Protagonisten vernichtet werden, wenn auch nicht notwendigerweise zur selben Zeit, steht im Widerspruch zu der Vorstellung, dass es sich hierbei um eine Moralerzählung handelt, sondern trägt stattdessen zur Glaubwürdigkeit der Ansicht bei, dass Platos Geschichte Einiges an historischer Wahrheit in sich trägt. Bernard Suzanne offeriert hierzu eine ganz andersgeartete Interpretation auf Grundlage des Hintergrunds und der Motive des Kritias.

Platos Schilderung des Untergangs von Atlantis und der Auslöschung Athens hat viele Autoren veranlasst, diese Vorkommnisse mit eher globalen Ereignissen in Verbindung zu bringen. Die Verbindung von Atlantisforschung [orig.: „Atlantis“; d.Ü.] und Katastrophismus besteht nun schon seit mehr als einem Jahrhundert, als Ignatius Donnelly sein bahnbrechenes Werk „Atlantis: The Antediluvian World“ und seinen Beitrag zur katastrophistischen Literatur, „Ragnarok: The Age of Fire and Gravel„, veröffentlichte.

Allerdings wurde die Vorstellung von Atlantis [und Ur-Athen; d.Ü.] als Opfer einer sehr großflächigen Katastrophe bereits 1788 von Giovanni Rinaldo Carli artikuliert, der behauptete, dass die Nahbegegnung mit einem Kometen weltweite Verwüstungen verursachte, welche die permanente Überflutung von Atlantis mit einschlossen.

Bei Plato ist verzeichnet, dass Atlantis ‚an einem Tag und in einer Nacht‘ untergegangen sei, was George H. Cooper zu der Bemerkung führte, dass die Kenntnis der Schnelligkeit seiner Vernichtung nur von „Überlebenden oder vorbeifahrenden Seeleuten“ herstammen könne und in die Überlieferungen vieler Nationen eingeflossen sein dürfte.

Die Quintessenz ist jedenfalls, dass der Zeitpunkt der Vernichtung von Atlantis und seiner Armee unbekannt ist, auch wenn von Kommentatoren angenommen wurde, dass sich dies kurz nach dem Krieg mit Atlantis ereignet habe. Alles was Plato dazu sagt, ist, dass dies „zu einer späteren Zeit“ geschah. Allerdings erwähnt er die Vernichtung der beiden Armeen in der selben Passage (Tim. 25d/e) auf eine Weise, die eine gemeinsame Ursache nahelegen könnte (Das legendäre Atlantis und wie Google Earth es wieder versenkt hat (Videos)).

(Links: Eine mykenische Rüstung mit Eberzahnhelm (Ende 15. Jahrhundert v.d.Z.) im Archäologischen Museum Nafplio; Mitte: eine weitere mykenische Rüstung (ca. 1400 v.d.Z.). In etwa so dürften auch Soldaten der Armee des bronzezeitlichen Ur-Athen im Krieg gegen Atlantis gerüstet gewesen sein, deren gemeinsamen Untergang Platon (rechts) im Dialog Timaios (25d) erwähnt)

Die Streitkräfte von Atlantis

Über das Militärwesen und die Streitkräfte von Atlantis liefert uns Platon nur sehr fragmentarische Angaben im Dialog Kritias (119a-119b), wo es heißt:

„Was nun die Zahl der Bewohner in der Ebene betrifft, so war festgesetzt, dass jedes Landlos für seine kriegstauglichen Männer einen Anführer zu stellen hatte. Die Größe eines Landloses aber betrug ungefähr zehn auf zehn Stadien, und im ganzen gab es sechzigtausend davon.

 

Die Zahl der Menschen dagegen, die vom Gebirge und vom übrigen Lande kamen, sei unermesslich gewesen, und alle waren nach Landschaften und Dörfern je einem dieser Landlose und seinem Anführer zugeteilt.

Es bestand nun die Regelung, dass jeder Gruppenführer den sechsten Teil eines Kampfwagens stellte, bis es im ganzen zehntausend Wagen waren, außerdem zwei Pferde mit ihren Reitern, dazu ein Zweigespann, doch ohne Wagenkorb, auf dem ein Krieger mit einem leichten Schild stand und neben diesem der Wagenlenker der beiden Pferde; ferner zwei Schwerbewaffnete und je zwei Bogenschützen und Schleuderer, an Leichtbewaffneten sodann je drei Steinwerfer und Speerschützen und schließlich vier Seeleute zur Bemannung von zwölfhundert Schiffen. So war das Kriegswesen der Königsstadt geordnet; in den neun anderen Landesteilen aber war es jedes Mal wieder anders; doch das aufzuzählen, würde zu lange dauern.“ (Die erste Zivilisation waren pyramidenbauende Südafrikaner vor 16.000 Jahren – war das auch Atlantis? (Videos))

(War Platons Schilderung eines ‚Weltkriegs‘ zwischen den Atlantern und den Völkern des östlichen Mittelmeer-Raums lediglich eine Allegorie auf die Perserkriege? (Graphik) Eine Annahme, die zur Überprüfung einlädt)

Atlantis und die Perserkriege

Zu den angeblich „vernünftigen“ Hypothesen, welche die orthodox-schulwissenschaftliche Atlantisforschung im Laufe des 20. Jahrhunderts hervorgebracht hat, gehört auch die Vermutung, bei dem Großen Krieg zwischen Atlantern und Athenern, den Platon im Timaios (24c u. 25b-25d) und im Kritias (108e) erwähnt, habe es sich um eine allegorischen Rückgriff auf die ‚Perserkriege‘ der Hellenen gehandelt.

So schrieb etwa William H. Babcock 1922, er betrachte Atlantis als „eine Art früheres und gleichermaßen kolossales Persien, im Westen statt im Osten, welches den Mittelmeer-Raum überrannte, bis es von der unerschrockenen Standhaftigkeit der großen athenischen Republik aufgehalten wurde. Die höchst authentische Glorie Athens war der Sieg über Xerxes und seine Generale. Wäre dies anders gewesen, dann müssten wir annehmen, dass wir nichts über eine vereitelte Invasion durch Atlantis zu hören bekommen hätten.“

1952 äußerte sich in ähnlicher Weise der italienische Archäologe Massimo Pallottino (der die Frage nach der Historizität von Platons Atlantis allerdings ausdrücklich als „offen“ bezeichnete). Ein Jahr später (1953) gelangte auch der Kieler Altphilologe Hans Diller zu der Auffassung, der Atlantisbericht sei „eine Paralleleerfindung zu den Perserkriegen, zurückprojiziert in die Vorzeit und an die entgegengesetzte Front verlegt.“

In jüngster Vegangenheit (im Jahr 2001) hat der britische Archäologe Paul Jordan die alte Vorstellung vom ‚Großen Krieg‘ der Atlantida als literarische Allegorie auf die Perserkriege erneut aufgewärmt. Auch der Atlantis-Skeptiker Pierre Vidal-Naquet bestand, wie Tony O’Connell feststellt, „hartnäckig darauf, dass die Perserkriege, mit einigen Modifikationen, eine Parallele zum Krieg der Athener mit Atlantis seien.“ (Prähistorischer Nuklearkrieg: Rama Empire versus Atlantis?)

  

O’Connell verweist auch auf die, 2008 veröffentlichte, Atlantis-Hypothese von „August Hunt, in welcher eine Verbindung von Atlantis mit dem Perserreich behauptet wird, entweder mit Persepolis oder mit Susa als der von Plato beschriebenen Atlanter-Hauptstadt.“

Um der Frage nachgehen können, wie ernst zu nehmen solche Interpretationen tatsächlich sind, sollten wir zunächst unser Schulwissen zu den ‚Perserkriegen‘ etwas auffrischen. Rufen wir uns also in Erinnerung, wann sich dieser historische Konflikt ereignete, worum es dabei ging und wie er verlief.

Den Anfang dieser militärischen Konfrontation, die sich über ein halbes Jahrhundert hinzog, markierte ein Aufstand der ‚ionischen‘ (kleinasiatischen) Griechen. Dieser ‚Ionische Aufstand‘ gegen die Besatzungsmacht des Perser unter ihrem Großkönig Dareios brach um das Jahr 500 v. Chr. aus und bildete den Ausgangspunkt für eine Generationen währende ‚Erbfeindschaft‘ (Atlantis, die Dollar-Note und die Säulen des Herakles).

Literatur:

Von Atlantis zur Welt der Riesen – Die Enträtselung des Mythos I von Ferdinand Speidel

Atlantis: Alter Mythos – Neue Beweise von Roland M. Horn

Die Säulen von Atlantis. Malta. von Hubert Zeitlmair

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Beitragsbild: PublicDomain/atlantisforschung.de

Quellen: PublicDomain/atlantisforschung.de am 05.04.2017