Diese “Drogen” habt ihr im Küchenschrank, ohne es zu wissen

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Sie stehen im Gewürzregal oder begegnen uns im Badezimmer. Sie sehen harmlos aus, haben aber eine ganz schön berauschende Wirkung. Muskatnuss, Nasenspray undError, group does not exist! Check your syntax! (ID: 3) Hustensaft können uns auf eine Reise schicken, die wir so gar nicht wollten.

 

„Mein Kurzzeitgedächtnis setzte aus, mein

Körper fühlte sich gleichzeitig besonders schwer und besonders leicht an, ich konnte nicht mehr zwischen warm und kalt unterscheiden. Drei Stunden später war ich total euphorisch, aber ich konnte mich nicht mehr bewegen. Erst zwei Tage später war ich wieder ganz klar.“

Das schreibt ein anonymer Internetnutzer in einem Forum, nachdem er sich Muskatnuss gerieben hat und dann auch noch gegessen. Sicher nicht wenig.

Die „Haushaltsdrogen“

Wir wollen hier niemanden dazu anregen, sich Rauscherfahrungen zu verschaffen, auf die er gerne hätte verzichten können. Wir wollen darüber aufklären, wie hochwirksam manche Mittel aus dem Küchen- oder Badezimmerschrank sind und wie sorgsam man mit ihnen umgehen sollte.

„Das Problem ist, dass in Drogen-Foren oft nur beschrieben wird, wo man die Stoffe bekommt und wie toll sie wirken. Eine Erklärung, warum die Stoffe gefährlich sind, erhalten die Jugendlichen aber fast nie im Internet”, sagt Uwe Stedtler von der Vergiftungs-Informations-Zentrale in Freiburg. Verstehen Sie dies also nicht als Anleitung zum Rausch, aber seien Sie gut informiert.

Muskatnuss ähnelt Ecstasy

Sie passt sehr gut zu Blumenkohl und in Kartoffelaufläufe. Auch einem Hefeteig beschert sie mehr Nuancen. Doch wer hätte sich ausmalen können, dass bereits ein Löffel in einen euphorischen Zustand geleitet, der mit Halluzinationen einhergeht? Das kann dann sogar mehrere Tage andauern.

Es ist das ätherische Öl Myristicin in der Nuss, das für die berauschende Wirkung sorgt.  Zeit- und Raumgefühl verändern sich.

Muskatnuss: Die Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen reichen von Übelkeit und Brechreiz bis hin zu Psychosen, berichtet “Praxisvita.de”. Myristicin ist ein sogenannter Monoaminooxidase (MAO)- Hemmer, der auch in Antidepressiva vorkommt. Aus ihm produziert der Körper einen Stoff namens 3-Methoxy-3,4- Methylendioxyamphetamin (MMDA), der Meskalin und auch Ecstasy ähnelt. In der Muskatnuss ist außerdem Safrol enthalten, das als krebserregend und leberschädigend eingestuft wird.

Neben den beschriebenen Erscheinungen können auch Vergesslichkeit sowie Ruhelosigkeit und Muskelzuckungen auftreten. Erste Vergiftungserscheinungen treten ab einer Menge von vier Gramm auf. Das entspricht gerade einer ganzen Muskatnuss.

100.000 Deutsche “sind auf Nasenspray”

Xylometazolin ist ein Wirkstoff im Nasenspray. Er sorgt dafür, dass die Nasenschleimhäute abschwellen. Lässt die Wirkung des Nasensprays nach, schwellen die Schleimhäute schnell wieder übermäßig an. Dann wird eine neue Dosis fällig.

Genau das erleben mehr als 100.000 Deutsche. Sie sind von ihrem Nasenspray abhängig. Ein Teufelskreis. Die dauergereizten Nasenschleimhäute trocknen schließlich immer mehr aus.

Die Betroffenen können sogar ihr Riechvermögen verlieren, wodurch auch der Geschmackssinn eingeschränkt wird. Geht den Betroffenen das Spray aus, kann es zu heftigen Entzugserscheinungen kommen.

„Die Abhängigen glauben, keine Luft mehr zu kriegen, sie können ohne das Spray nicht mehr leben“, erklärt HNO-Mediziner Christian Paschen aus Tübingen. Apothekerweisen deshalb darauf hin, das Nasenspray nicht mehr als sieben Tage in Folge zu verwenden.

 

Mit Hustensaft ins Unterbewusstsein

Normalerweise stillt das Dextromethorphan (DXM) aus dem Hustensaft den Hustenreiz. Nicht so bei einer Überdosis: Löffelt man eine Flasche auf einmal, hat DXM eine ähnliche Wirkung wie Lachgas und löst Halluzinationen, Verfolgungswahn und Schwindelgefühle aus.

Das Hormon Dopamin wird ausgeschüttet, die sogenannten NMDA-Rezeptoren werden blockiert, weiß “Praxisvita.de”. Diese NMDA-Rezeptoren sind für Lernprozesse wichtig, da sie die Leitfähigkeit bestimmter synaptischer Bahnen im Gehirn verbessern.

Hustensafterfahrene erzählen in Internetforen, sie hätten ihr Unterbewusstsein nach schwierigen Erinnerungen durchleuchten wollen. Andere meinen, sie hätten ihr Zeitgefühl verloren.

Tatsache ist aber: DXM macht physisch abhängig und führt zu schweren Organschäden. Auch Wochen nach der vollen Dröhnung bemerken die Betroffenen noch Schwindel, Bluthochdruck und Kopfschmerzen. Daher sollte nach dem empfohlenen Löffel Hustensaft Schluss sein (Vorsicht Phantasiewelten! Drogenbeauftragte der Bundesregierung klärt falsch auf (Videos)).

Felgenreiniger erhöht die Zahl der Vergewaltigungen

„Sex auf GBL ist göttlich!“, schreibt der User eines Drogen-Forums. Er schwärmt von dem Konsum der neuen Partydroge GBL – Gamma-Butyrolacton. Die Substanz wird von den Herstellern Reinigungsmitteln zugesetzt.

Zwei Milliliter reichen für ein Gefühl sexueller Erregung und Euphoriezustände aus. In höheren Dosen wirkt GBL narkotisch. Der Stoff ist die Vorläufersubstanz der verbotenen Gamma-Hydroxybutansäure (GHB) und wird im Körper zu genau dieser umgebaut. So werden Massen des erregenden Neurotransmitters Glutamat freigesetzt.

In den Notaufnahmen häufen sich die Fälle von jungen weiblichen Vergewaltigungsopfern. Ihnen wurde meist in einem unaufmerksamen Augenblick eine narkotisierende Menge GBL ins Getränk gefüllt. Im Gehirn wird dann der sogenannte GABA-Rezeptor – ein bestimmtes Protein in den Nervenzellen – aktiviert, der eine einschläfernde Wirkung hat. Die Täter pushen sich oft selbst noch mit einer geringen Menge des Mittels.




  

Dabei macht es schnell abhängig. „Viele Jugendliche sind süchtig nach GBL, es ist extrem gefährlich“, warnt Dr. Maren Hermanns-Clausen. „Jeder Engpass für mehr als eine Stunde treibt mich beinahe in den Suizid. Ich existiere, aber ich lebe nicht“, schreibt ein User.

Minimalste Fehldosierungen können zu Atem- und Herzstillstand führen, ein Organversagen droht. Gerade in der Kombination mit Alkohol endet der GBL-Trip sehr schnell tödlich, da es zum Erbrechen kommen und dann der Konsument im Schlaf ersticken kann.

Erfahren Sie hier mehr, wie z. B.: Reisetabletten sorgen für Halluzinationen und Horrortrips, Nagellackentferner kann Leukämie verursachen, plötzlicher Schnüffel-Tod durch Deo-Missbrauch (Der tägliche Giftcocktail: Fluorid, Sonnenmilch, Nagellack und Co. (Videos)).

Denken Sie immer daran, erst die Dosis macht das Gift!

Literatur:

Der psychedelische Reiseführer von D M Turner

Holotropes Atmen: Eine neue Methode der Selbsterforschung und Therapie von Stanislav Grof

Albert Hofmann und sein LSD: Ein bewegtes Leben und eine bedeutende Entdeckungvon Lucius Werthmüller

Quellen: PublicDomain/PRAVDA TV/praxisvita.de/epochtimes.de am 20.04.2016