Erde: Afrika zerbricht – Rifting geht schneller als gedacht

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Dass Südamerika und Afrika einmal eine große Landmasse bildeten, lässt sich noch heute am Verlauf ihrer Küsten erkennen. Im östlichen Teil des heutigen Afrikas entsteht heute ein neuer Riss. Das sogenannte Rifting, das Zerbrechen eines Kontinents, ist hier in vollem Gange.

Für Geologen hat das Schauspiel den Charakter eines riesigen Freilandlabors. Einer der fundamentalsten Prozesse ihresError, group does not exist! Check your syntax! (ID: 2) Fachgebiets lässt sich hier beobachten. Entlang einer gedachten Linie von Äthiopien bis Mozambik ist er in verschiedenen Stadien zu sehen.

(Foto: Im Afar-Rift im Norden Äthiopiens zeigen sich deutliche Spalten im Boden)

Am weitesten fortgeschritten ist die Entwicklung am sogenannten

Afar-Dreieck, das im Nordosten Äthiopiens liegt und an den Golf von Aden grenzt. Die Erdkruste ist hier schon sehr dünn geworden, ein großer Teil der Region liegt unterhalb des Meeresspiegels. Ursprünglich ist die tektonische Platte zwischen 150 und 250 Kilometern dick.

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(Auch der Vulkan Erta Ale liegt im Afar-Dreieck. Er ist der aktivste Vulkan Äthiopiens)

Das Rifting geht schneller als gedacht

Etwas weiter südlich in Kenia ist das Rifting noch nicht ganz so weit fortgeschritten, die tektonische Platte ist noch 90 Kilometer dick. Dort ist dafür deutlich der Vulkanismus zu sehen, der in diesem Stadium des Zerbrechens eine immer größere Rolle spielt. Noch weiter südlich ist die Platte noch 140 Kilometer dick, Vulkane spielen noch keine Rolle. Aber es öffnen sich große Risse und Krater im Boden.

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(Mit entsprechend genauen Geräten können Geologen die Verschiebung der Erdplatten vor Ort messen und dokumentieren)

Neue Untersuchungen haben gezeigt: Der gesamte Rifting-Prozess in Afrika verläuft viel schneller als Geologen lange annahmen. Am deutlichsten zeigte sich das im Jahr 2005. Damals verschoben sich zwei Platten in der Erdkruste innerhalb weniger Tage um acht Meter.

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(Riesige Löcher entstanden im äthiopischen Boden, als sich dort im September 2005 die Erdplatten innerhalb weniger Tage um acht Meter verschoben)

 

Bis der ganze Kontinent auseinandergebrochen ist, dauert es freilich noch. Aber Stück für Stück geschieht es schon jetzt, vor den Augen der Bevölkerung und vieler interessierter Wissenschaftler.

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(Zukunftsvision: So könnte Afrika in 20 Millionen Jahren aussehen)

Literatur:

Die Erde hat ein Leck: Und andere rätselhafte Phänomene unseres Planeten von Axel Bojanowski

Im Fokus: Naturkatastrophen: Zerstörerische Gewalten und tickende Zeitbomben (Naturwissenschaften im Fokus) (German Edition) von Nadja Podbregar

Unruhige Erde

Naturgewalten. Vulkane, Erdbeben, Wetterextreme von Robert Dinwiddie

Video: Rift Valley Dynamics [HD] https://youtu.be/hwA7LXA-SCg

Quellen: NASA/JPL/wissenschaft.de vom 21.07.2015