Gesegneter Wahnsinn: Kirche spendet Geld aus Katastrophenfond für Schlepperhelfer

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Bild: Imago

Paderborn – Wenn Menschen Geld für die Katastrophenhilfe spenden, dann kommt der Obolus in der Regel Erdbeben oder Flutopfern zugute, also Menschen, die unverschuldet in Not geraten sind und um ihre Existenz, oft sogar um ihr nacktes Überleben kämpfen. So jedenfalls war es bisher Brauch. Der Paderborner Bischof Hans Josef Becker hat  jetzt in einen solchen „Katastrophenfond“ gegriffen, um mit dem Geld indirekt afrikanischen Abenteurern zu helfen, die sich mit viel Geld via Schlepper eine Überfahrt übers Mittelmeer in die deutschen Erstaufnahmeeinrichtungen leisten können. Die Schlepper wiederum steuern gezielt die privaten Flüchtlings-Seenotrettung „Mission Lifeline“ an, um ihre „Passagiere“ der deutschen Obhut zu übergeben.

Laut einer vom Domradio wiedergegebenen KNA-Meldung sollen 50.000 Euro aus dem „Katastrophenfonds“ des Erzbistums Paderborn, an diese von Italien als Schlepperorganisation eingestufte Organisation fließen. „Als Unterstützung für ihren mutigen Einsatz“ heißt es aus Kirchenkreisen.

„Die Seenotrettung habe schon zahlreiche Flüchtlinge in seeuntauglichen Schlauch- und Holzbooten im zentralen Mittelmeer vor dem Ertrinken bewahrt,“ so die Erzdiözese. Dieses Engagement wolle der Erzbischof unterstützen. Damit folgt der Paderborner Oberhirte einer Initiative seines Münchner Amtskollegen Kardinal Marx. Der hatte bereits vor wenigen Tagen mit 50.000 Euro die Lifeline unterstützt, was bei der AfD auf heftige Kritik stieß.

Nach Worten des kirchenpolitischen Sprechers der Partei Volker Münz verleiten Rettungsschiffe Menschen dazu, ihr Leben in seeuntüchtigen Booten zu riskieren.  Zudem hätten sich die Rettungsschiffe „zu einem Taxidienst für Flüchtlinge nach Europa“ entwickelt.

Spenden für ein neues Schiff komplett!

Wie ein Sprecher von „Mission Lifeline“ dem Evangelischen Pressedienst (epd) bestätigt sammelt der Verein derzeit Spenden für Ausrüstung und Satelliten für ein neues Schiff, um weiterhin entlang der libyschen Küste Menschen aus Seenot zu retten. Dafür würden insgesamt 320.000 Euro benötigt, sagte der Sprecher. Das Geld das angekündigte Ersatzschiff –  475.000 Euro  – war am Wochenende bereits zusammen gekommen.

Die letzten fehlenden Euros sollen laut Welt von der Band Die Fantastischen Vier gekommen sein. Die Rapper sollen ihre 30.000 Euro, die sie zuvor für den Gewinn des Jacob-Grimm-Preises Deutsche Sprache erhalten hatten, an die Dresdner „Seenotretter“ weitergereicht haben.

Das ursprüngliche „Lifeline“-Schiff war von Malta beschlagnahmt worden und wird in diesem Jahr nicht mehr zu einem Rettungseinsatz aufbrechen. Auch Italien will den Transfer von afrikanischen Abenteuern über das Mittelmeer beenden. (KL)

screenshot Twitter

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