Gold: 3-Monatshoch und leere Tresore bei der COMEX

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Gold: 3-Monatshoch und leere Tresore bei der COMEX

Als die Federal Reserve im vergangenen Dezember entschied die Zinsen anzuheben, waren Experten davon überzeugt, dass Edelmetalle

Prügel beziehen werden. Auf den ersten Blick schien der Gedanke Sinn zu ergeben, denn letztlich sollten höhere Zinsen die Inflation verringern und die Menschen dazu motivieren, ihre Dollars

auf der Bank zu belassen. Keins von beiden wäre gut für den Goldpreis gewesen.

Was diese sogenannten Experten aber nicht bedacht haben, ist dass unsere gesamte Wirtschaft von billigem Geld abhängt. Das ganze Wirtschaftswachstum der vergangenen paar Jahre wurde durch Geldmengenexpansion angetrieben. Als die FED die Zinsen angehoben hat war das billige Geld nicht mehr so billig und unsere aufgeblasene Wirtschaft begann Luft zu verlieren. Mit dem kürzlichen Einbruch des Aktienmarktes und der Implosion von Junk-Bonds, sehen wir jetzt die anfänglichen Folgen dieser Entscheidung.

Das bedeutet natürlich, dass Investoren anfangen, sich nach einem sicheren Hafen für ihre Anlagevermögen umzuschauen. Mit der sich am Horizont abzeichnenden Bedrohung einer weiteren Rezession erlebt Gold jetzt eine Comeback. Am Montag stieg der Preis auf ein Zwei-Monatshoch und am Dienstag erreichte er mit $ 1.120 je Unze ein Drei-Monatshoch. Die Chancen stehen gut, dass es zu einer weiteren Gold-Rallye kommt, sofern der Aktienmarkt weiter fällt und die Wirtschaft in den kommenden Monaten weiter einbricht.

Anders als vergangene Rallyes jedoch, gibt es diesmal eine nachhaltige Krise bei der COMEX und zwar betreffend der Menge an realem Gold in ihren Tresoren. Im September stieg die Zahl der Papier-Kontrakte je Unze physischen Goldes jäh auf 252. Laut ZeroHedge hat sich dieses Verhältnis seitdem mehr als verdoppelt:

Wie der folgende Chart zeigt – was ohne weiteren Zusammenhang verstörend ist –, besagen die 40 Millionen Unzen an Open-Interest-Gold und das Rekordtief von 74 Tausend registrierter Gold-Unzen, dass es per Handelsschluss am Montag sage und schreibe 542 Unzen potentieller Papierforderungen gegen jede physische Unze Gold standen. Man könnte das als einen Verdünnungsfaktor von 0,2 % bezeichnen.

Skeptiker sagen dagegen, abhängig davon wie die Auslieferungs-Kontrakte zu lesen sind, könne die COMEX sich einfach bei den anrechenbaren Goldbeständen bedienen und diese zur Bedienung der Auslieferungs-Forderungen nutzen – ohne die explizite Genehmigung der Gold-Eigentürmer.

Trotzdem sieht die Realität so aus, dass es nur noch zwei Tonnen Gold für die Bedienung von Auslieferungs-Forderungen gibt, was basierend auf anerkannte Protokolle an sich beunruhigend sein sollte und die latente Frage ignoriert, warum sich so viele Besitzer physischen Goldes von der Gewährleistung ihrer Bestände zurückziehen.

Wir betreten hier offiziell völliges Neuland. Unter diesen Umständen wird bis Ende des Jahres kein Gold mehr für die Auslieferung in den Tresoren übrig sein und das hat es noch nie gegeben. Die COMEX ist einer von mehreren Tresoren, die den Spot-Preis für Gold bestimmen. Was passiert also, wenn ihnen das Gold ausgeht?

Wird der Spot-Preis abstürzen, während der Wert realen Goldes in die entgegengesetzte Richtung geht? Wird die nächste Rallye beim Papier-Gold stattfinden und der COMEX erlauben ihre schwindenden Vorräte wieder aufzubauen? Oder wird irgendeiner der Papier-Gold-Besitzer überhaupt realisieren, dass ihr Portfolio durch nichts Reales gedeckt ist?

Bleiben Sie dran! Wenn die nächste Gold-Rallye beginnt, dann wird – es gelinde gesagt – interessant.

Quelle: Der N8wächter

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