Überleben mit Krebs: Geld spielt entscheidende Rolle

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Ausgaben für Gesundheitsversorgung beeinflussen Überlebensrate

London – Bei den Überlebensraten von Krebspatienten gibt es weltweit große Unterschiede. Zu diesem Ergebnis ist eine internationale Studie unter der Leitung von Michel Coleman von der London School of Hygiene and Tropical Medicine http://www.lshtm.ac.uk gekommen. Amerika, Australien, Kanada, Frankreich und Japan verfügten über die höchsten Überlebensraten innerhalb eines Zeitraumes von fünf Jahren. Algerien schnitt laut dem Fachmagazin Lancet Oncology am schlechtesten ab. Im Vergleich zu den meisten westlichen Nachbarländern wies aber auch Großbritannien relativ schlechte Ergebniss auf. Die für die Studie ausgewerteten Daten stammen aus den 1990er Jahren.
Ausgaben für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung waren in allen 31 untersuchten Staaten ein entscheidender Faktor. Die Wissenschaftler betonten, dass höhere Ausgaben oft auch bedeuteten, dass Tests und Behandlung rascher zugänglich waren. Durchgeführt wurde die Studie weltweit von mehr als 100 Wissenschaftlern. Analysiert wurden unter anderem die Daten von mehr als zwei Millionen Krebspatienten, die in den neunziger Jahren eine entsprechende Diagnose und Behandlung erhielten. In Amerika waren die Überlebensraten bei Brustkrebs mit 83,9 Prozent und bei Prostatakrebs mit 91,9 Prozent erfreulich hoch. Japan schnitt am besten bei männlichen Patienten mit Darmkrebs oder rektalen Krebserkrankungen ab. 63 bzw. 58,2 Prozent der Patienten überlebten die Erkrankung. Frankreich wies bei diesen Krebserkrankungen im Gegensatz dazu mit 60,1 bzw. 63,9 Prozent die besten Werte bei den Patientinnen auf.

In Großbritannien lag die Überlebensrate bei Brustkrebs bei 69,7 Prozent. Mit etwas mehr als 40 Prozent überlebten deutlich weniger Patientinnen und Patienten allerdings Krebserkrankungen des Darmes oder des Rektums. Auch bei Prostatakrebs lag der Wert nur bei 51,1 Prozent. Algerien, das einzige afrikanische Land in der Studie, schnitt bei allen Krebsarten am schlechtesten ab. Das bedeutet konkret, dass ein Amerikaner vier Mal eher eine Prostatakrebs-Erkrankung überlebte als ein algerischer Patient. Ein japanischer Mann überlebte sechs Mal eher einen Darmkrebs. Polen, Slowenien, Brasilien und Estland verfügten über Überlebensraten, die gerade einmal halb so gut waren wie in den besten Ländern.

Diese Ergebnisse spiegelten sehr genau, den Betrag, den jedes dieser Länder in diesem Zeitraum für das Gesundheitswesen ausgab. Während Amerika mehr als 13 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für die Gesundheit ausgab, wendeten Kanada, Australien und die besten europäischen Länder zwischen neun und zehn Prozent auf. In Algerien lag dieser Wert bei nur rund vier Prozent. Die Bedeutung des Geldes wurde durch die ethnische Analyse der Ergebnisse in Amerika weiter verstärkt. Weiße Amerikaner, die allgemein größere finanzielle Möglichkeiten haben und sich daher auch eher eine entsprechende Versicherung leisten können, überlebten um 14 Prozent eher eine Krebserkrankung. (Ende)

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