Jemen: Araber gründen Anti-Terror-Truppe

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In mehreren Teilen des Jemen haben Luftangriffe der saudisch geführten Allianz  die Huthis zurückgedrängt. Doch nahe Aden drangen sie weiter vor. Die Gegner  bombardierten Waffenlager

Unterstützung für Jemens Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi, der "vollständige Niederschlagung" des Huthi-Aufstandes verlangt

Die Staatschefs der Arabischen Liga haben sich im Grundsatz geeinigt, eine gemeinsame Truppe zu bilden. Deren Ausgestaltung bleibt offen. Für Jemens Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi gab es breiteError, group does not exist! Check your syntax! (ID: 3) Unterstützung.

Sanaa/Kairo – Die Krise im Jemen überschattete fast alles, als am Wochenende die Staatschefs der Arabische Liga in Sharm el-Sheikh zusammenkamen. Alle anderen Themen und Krisen, von

Palästina über Libyen bis zur wirtschaftlichen Entwicklung, waren für die Gruppe, die ihr 70-jähriges Bestehen feierte, nur Randnotizen. In ungewöhnlicher Einigkeit stellten sich die arabischen Herrscher hinter die vonSaudi-Arabien geführte Militärallianz, die im Jemen gegen die Huthi-Rebellen und deren Verbündete kämpft.

Jemens Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi, als rechtmäßiges Staatsoberhaupt gefeiert, bezeichnete in seiner Rede die schiitischen Huthis als iranische Marionetten, verlangte ihre vollständige Niederschlagung, ihren Rückzug in ihr Stammgebiet in der Region von Sadaa. Hadi reiste anschließend nach Riad und wird vorerst nicht in den Jemen zurückkehren.

Für das Projekt einer gemeinsamen arabischen Armee, für das sich insbesondere der ägyptische Präsident Abdelfattah al-Sisi starkgemacht hatte, gab es nur eine prinzipielle Einigung und keine konkreten Festlegungen über Auftrag, Aussehen, Größe, Standort oder Kommando. Und es wird jedem Mitgliedstaat freigestellt, ob er sich anschließen will oder nicht. Ein hochrangiges Team aus arabischen Armeechefs soll nun das Vorhaben konkretisieren, erklärte Sisi am Ende des Gipfels.

Neue Saudi-Prioritäten

Saudi-Arabien hat mit der ad hoc gezimmerten Allianz für seinen Feldzug im Jemen bereits erreicht, was es wollte. Beobachter sind sich einig, dass König Salman mit diesem Militäreinsatz neue Prioritäten in seiner Sicherheitspolitik gesetzt und die Bedrohung durch den Iran über jene gestellt hat, die von islamistischen Jihadisten von Al-Kaida oder der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) ausgeht. Für Ägypten steht dagegen der "Kampf gegen den Terror" im eigenen Land (gemeint ist auch jener gegen die Opposition) und in Libyen im Vordergrund.

Ägypten, das von den saudischen Milliarden abhängt, muss sich derzeit ganz in den Dienst von König Salman stellen. Sisi hat deshalb bereits Bodentruppen angeboten, sollten sie im Jemen erforderlich sein. Die saudische Militärführung bezeichnete ihren "Sturm der Entschlossenheit", von dem immer noch nicht klar ist, welches Ziel genau verfolgt wird, als Erfolg. Sämtliche jemenitischen Flugzeuge und Helikopter, dazu die großen Waffenlager und Langstreckenraketen seien zerstört worden.

Am Sonntag wurde auch der Flughafen von Sanaa bombardiert. Die Huthis meldeten schwere Verluste in ihren Reihen. In einigen Gegenden stießen ihre Truppen und ihre Verbündeten dennoch weiter vor, etwa auch in der Umgebung von Aden. In anderen wurden sie von Stammeskräften zurückgedrängt.

Im Hintergrund mischt auch der 2012 entmachtete Expräsident Ali Abdullah Saleh mit. Er hatte seinen Sohn nach Riad entsandt und angeboten, seine Unterstützung für die Huthis zurückzuziehen, wenn er wieder politisch aktiv sein dürfe. Riad lehnte ab; der junge Saleh wurde von seinem Posten als Botschafter Jemens in Abu Dhabi abgesetzt. (Astrid Frefel,

DER STANDARD, 30.3.2015)