Könnte Erdoğan verärgern: Berlin will „angebotenen“ IS-Kämpfer nicht zurück

0
34
"Retter der türkischen Demokratie" (Angela Merkel) Foto: Pixabay

Insgesamt 36 deutsche IS-Kämpfer befinden sich in Gefangenschaft der kurdischen Miliz YPG. Die möchte die Schlächter nur allzugern loswerden und Richtung Deutschland schicken. Doch Berlin tue sich schwer, das „Angebot“ anzunehmen. Nicht die Angst um das Wohl der Bürger soll dahinter stecken, sondern unangenehme „außenpolitische Verwicklungen“.

Vor zwei Tagen nahmen kurdische YPG-Milizen einen weiteren Deutschen fest. Bei ihm soll es sich um den 31-jährigen Konvertiten Lucas G. alias Abu Ibrahim Al-Almani aus Dortmund handeln, der sich im Sommer 2014 auf den Weg nach Syrien machte, um sich den IS-Mördern anzuschließen. Er ist damit einer von 36 deutschen Dschihadisten, die, wenn es nach den kurdischen Freischärlern geht, lieber heute als morgen die Heimreise antreten sollen, berichtet der Focus.

IS-Kämpfer Lucas G. alias Abu Ibrahim Al-Almani hatte mit sieben weiteren Allah-Gläubigen laut YPG geplant, Einwohner des Ortes Hajin anzugreifen, um aus einer der letzten IS-Bastionen zu entkommen und war bei dem Versuch gefangen genommen worden. Die kurdischen Milizen haben offenbar nur wenig Verständnis für die zögerliche Haltung der Bundesregierung, ihre gewalttätigen Bürger wieder in die Heimat zurückzuholen.

In Berlin fürchte man wohl, dass eine Rückholaktion gleichbedeutend mit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zur kurdischen „Autonomieverwaltung Nord- und Ostsyrien“ sein könnte. Das wolle das Auswärtige Amt unbedingt vermeiden. „Man arbeite deshalb an einem Konzept“, so die offizielle Stellungnahme laut der Nachrichtenagentur ANF, die der hier verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK nahestehen soll.

Merkel/Erdoğan-Beziehung soll nicht gefährdet werden

Im Vordergrund steht offensichtlich die Angst der Merkel-Regierung, mit einer diplomatischen Zusammenarbeit mit der kurdischen YPG den türkischen Despoten und Merkel-Vertrauten Recep Tayyip  zu verärgern und seine geplante Militäroperation zu behindern, bei der er es auf die syrischen Kurden-Kämpfer entlang des Korridors zur Türkei abgesehen hat.Für den islamischen Machthaber sind die YPG-Milizen ein Ableger der Arbeiterpartei PKK, die in der EU, den USA und auch Deutschland als Terrororganisation eingestuft ist.

Lucas G. alias Abu Ibrahim Al-Almani ist in Deutschland kein Unbekannter. Gegen ihn sollen Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf wegen der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung laufen. Kehrt er zurück, erwartet ihn die Untersuchungshaft. Er stehe laut Focus auf der Liste „islamistischer Gefährder“.

Vor seiner Abreise aus Deutschland habe sich der gewaltbereite und radikalisierte Lucas G. alias Abu Ibrahim Al-Almani u.a. bei derKoran-Verschenkaktion „Lies“ engagiert und auch ein Seminar in der Alkhalill-Moschee in Berlin besucht. Dort trat der irakische „Hassprediger“Abu Walaa auf, der als Einpeitscher, Rekrutieren und leidenschaftlicher Anhänger des Islamischen Kalifen-Staates IS gilt.

2016 geriet das BKA an 12.500 Personalbögen des „Islamischen Staates im Irak und Großsyrien“. Auf Bogen 23 Nummer fanden sich sämtliche Daten des Dortmunders Lucas G. Neben seinem Namen, Geburtsdatum, und Familienstand, war er als Studierender der islamischen Religion mitsamt seinem Leumund aufgeführt, bei dem es sich um eine führende Figur der deutschen „Salafisten“-Szene handeln soll.

Im Falle einer Rückkehr erwartet Lucas G. alias Abu Ibrahim Al-Almani die Untersuchungshaft. Er stehe laut Focus auf der Liste „islamistischer Gefährder“. (MS)

@jouwatch

Quelle!: #zaronews