Leukämie: „Venetoclax“ erstmals in USA zugelassen

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Krebszellen können sich nicht mehr über Eiweiß vor Absterben schützen

Forscher des Universitätsklinikums Ulm haben in einer internationalen Studie die Wirksamkeit des neuen Medikaments „Venetoclax“ bei einer besonders aggressiven Form der Chronisch Lymphatischen Leukämie (CLL) nachgewiesen. Die US-amerikanische Food and Drug Administration hat für das Medikament bereits die Erstzulassung erteilt.

Viele Patienten sprechen an

Das Präparat sorgt dafür, dass sich die Krebszellen nicht mehr mithilfe des B-Zell-Lymphom-2-Proteins BCL-2 vor dem natürlichen Absterben schützen können. Der Signalweg für das natürliche Absterben der Krebszellen wird durch Venetoclax, so der Name des Medikaments, wieder frei. „80 Prozent der 106 bereits durch eine andere Krebstherapie behandelten Patienten mit der besonders aggressiven Form der CLL, der 17p-Deletion, sprachen auf das Medikament an“, freut sich Stephan Stilgenbauer, Erstautor der Studie.

„Bei fast allen verbesserten sich die Blutwerte durch die Therapie deutlich. Die Patienten hatten Nebenwirkungen, die aber geringer ausfielen als bei herkömmlicher Chemotherapie und zum Teil durch den schnellen Abbau der Krebszellen verursacht wurden“, ergänzt der Ulmer Experte. Venetoclax ist ein oraler Inhibitor des B-Zell-Lymphom-2-Proteins, der von der Firma AbbViehttp://abbvie.com entwickelt wurde. Das Besondere am neuen Medikament sei, dass es in zentrale Vorgänge eingreife, die bei sehr vielen Krebsarten vorkommen.

Hoffnung für andere Krebsformen

Auch andere Krebspatienten könnten von der Neuentwicklung profitieren. „Es laufen bereits Studien für andere Leukämieformen und für Brustkrebs“, betont Hartmut Döhner, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin III. „Die Erforschung von Krebserkrankungen, von den Grundlagen ihrer Entstehung bis zur Wirksamkeit neuer Therapien, ist eine wichtige Aufgabe der deutschen Universitätskliniken. Vor 60 Jahren gab es bei Leukämie keine Aussicht aufHeilung, heute hat ein erheblicher Teil der Leukämiepatienten Aussicht, geheilt zu werden“, schließt Udo X. Kaisers, Leitender Ärztlicher Direktor des Ulmer Universitätsklinikums.

(Ende)

 

Aussender: pressetext.redaktion