Tausende Afrikaner nehmen den Weg über die Alpen

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Italien/Frankreich – Im vergangenen Jahr haben sich rund 5000 illegale Einwanderer allein aus der Gegend um Turin zu Fuß über die Alpen von Italien nach Frankreich durchgeschlagen, so die Schätzung. Jetzt bezahlte wieder einer von ihnen die „Wanderung“ mit dem Leben.Ein Lastwagenfahrer entdeckte den rund 20 Jahre alten leblosen Afrikaner in der Nähe von Val-des-Près, nur wenige Kilometer von der Grenze entfernt. Doch auch eintreffende Rettungskräfte hätten ihm nicht mehr helfen können. Der Unbekannte sei an den Folgen der Unterkühlung und einem Herzinfarkt gestorben, berichtet The Local.Die örtliche Staatsanwaltschaft ermittelt nun u.a. wegen fahrlässiger Tötung. Bereits im Mai vergangenen Jahres war ein junger Schwarzer von Spaziergängern in der Gegend von Montgenèvre tot aufgefunden worden. Auch in diesem Fall nahm die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen auf.

Die meist aus dem französisch sprechenden Westafrika stammenden Migranten würden laut Hilfsorganisationen wie Amnesty International hunderte Euros an Schlepper zahlen, die ihnen dafür eine bequeme Reise per Auto durch die Alpen versprechen. Nicht selten würden sie dann einfach „ausgesetzt“ und sich selbst überlassen, so The Local.

In den Wäldern rund um italienische Skiorten wie im Susatal nahe Turin finden Rot-Kreuz-Helfer immer wieder afrikanische Migranten, die sich auf die Alpenüberquerung Richtung Frankreich machen. In mehreren Tausend Metern Höhe, bei eisigen Minusgraden, sind sie teilweise nicht einmal mit Jacken ausgerüstet unterwegs. Nur bekleidet mit Jeans, Hoodies und Sneakers ist das ein Leichtsinn, der schnell tödlich enden kann. Allein in der Gegend Susatal greifen die freiwilligen Helfer des Roten Kreuzes laut npr im Schnitt 15 illegale Migranten pro Nacht auf.

„Im vergangenen Frühjahr haben wir während des Tauwetters mehrere Tote gefunden“, berichtet der Arzt Paolo Narcisi, der für die italienische Hilfsorganisation Rainbow For Africa arbeitet. Doch einige Leichen würden nie gefunden, auch wegen der wilden Tiere. Man stürze schnell einen Abhang hinunter und sei dann für immer verschwunden, so der Arzt gegenüber npr.

Schaffen sie es über die Grenze, werden sie oft von der französischen Grenzpolizei geschnappt und umgehend zurück nach Italien gebracht. Aber auch dort ist die „Willkommenskultur“ Geschichte: „Ihr flieht nicht vor Krieg. Ihr flieht nicht vor Folter. Was ihr machen sollt? Geht zurück in eure Länder“, machte Innenminister Matteo Salvini in einem Interview mit dem italienische Fernsehsender RAI klar. „Wir haben 5 Millionen Italiener, die in Armut leben. Ich kann nicht der Gastgeber für hunderttausend Menschen aus aller Welt sein“, so Salvini. (MS)

@jouwatch

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