Frankfurt – Wer AfD wählt, der bekommt eine rot-rotgrüne Landesregierung, mit dieser Aussage erhöht Hessens amtierender Ministerpräsident Bouffier den moralischen Druck auf abtrünnige CDU-Wähler, wieder in den sicheren Hafen der Union zurückzukehren. Bei einer Wahlkampfveranstaltung im Historischen Museum schwor der angeschlagene hessische CDU-Chef, laut Frankfurter Rundschau mit „Joe-Cocker-Stimme“ seine Mannschaft auf den Endspurt ein:
„Es geht um was!“; „Wir können das!“; „Wir haben das Zeug dazu!“, motivierte er nicht nur die 180 Gäste, sondern auch die sechs Frankfurter Landtagskandidaten, die sich vorgestellt hatten. „Ihr seht gut aus!“ Lauter Männer, wie eine Frau aus dem Publikum enttäuscht feststellte.
Seit Wochen kämpft die CDU mit dem Rücken zur Wand. Die Umfragen vor der Landtagswahl am 28. Oktober deuten unverändert darauf hin, dass es für eine schwarz-grüne Koalition nicht mehr reicht. Laut FR gilt inzwischen eine Koalition von CDU, Grünen und FDP als Option. Wurde schon hinter den Kulissen eifrig Pöstchengeschiebe veranstaltet? CDU-Landtagskandidat Bodo Pfaff-Greiffenhagen deutete unlängst beiläufig an, es werde nach der Wahl ein Ministerium geben, „das sich mit Digitalisierung und digitalisierter Weiterbildung beschäftigen wird.“ Digitalisierung ist das Lieblingsthema der FDP.
Rein rechnerisch wäre auch eine große Koalition möglich. Es könnte eventuell knapp für eine linke Mehrheit reichen. Mit diesem rein hypothetischen Schreckgespenst ist Bouffier nun zum Endspurt angetreten. Wenn nichts mehr geht, wird der Teufel an die Wand gemalt. (KL)



