Athen – Von der Tagesschau totgeschwiegen fanden am Rande der Massendemonstration in Athen am Samstag heftige Kämpfe zwischen Linksautonomen und der Polizei statt. Dabei wurden laut einem Bericht des Spiegels von Hausdächern Brandsätze und Steine auf Polizisten und Fahrzeuge geworfen.
Für die linke Community Griechenlands hat der 17. November den gleichen Stellenwert wie der 17. Juni für Deutschland. 1973 schlugen Panzer eine Revolte von Studenten nieder, die gegen die herrschende Militärdiktatur protestierten. Bei der Erstürmung des Polytechnikums gab es dutzende Tote. Daran erinnern jedes Jahr ein großer Demonstrationszug, an dem dieses Mal 12. 000 Menschen teilnahmen. Wie immer wurden dabei uralte Klischees und Feindbilder bedient, die inzwischen von den Großeltern – viele Weggefährten der Galionsfigur Mikis Theodorakis sind längst tot – auf die Enkel übertragen worden sind.
„Die meisten Banner und Sprechchöre der Demonstranten richteten sich auch in diesem Jahr wieder gegen Kapitalismus, Imperialismus Faschismus, die Nato und von den USA geführte Kriege weltweit.“ (Spiegel)
Traditionell zieht der rote Tross zur Botschaft der USA, der man 45 Jahre nach Sturz der Militärdiktatur ihre Unterstützung für die Obristen immer noch nachträgt, obwohl doch Obama schon genug im Staub linker Liberalisten herumgekrochen ist. Linke sind halt wie Django. Sie verzeihen nie. Auch in Thessaloniki, der zweitgrößten Stadt des Landes, gab es einen Gedenkmarsch, an dem sich rund 7500 Menschen beteiligten. Der Rest der elf Millionen Einwohner sind allen Anschein nach zu Hause geblieben. Ganz hartgesottene konnten bei 20 Grad sogar noch baden. (KL)
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