Hamburg – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) greift auf Plakaten den Philologenverband an, die Interessengemeinschaft der Gymnasiallehrer. Dieser lade die AfD auf Podien ein und mache Rassisten salonfähig. Solche Plakate hängen seit Montag in rund 300 Lehrerzimmern in Schleswig-Holstein.
Nach einem Bericht der Kieler Nachrichten (KL) haben GEW-Vertreter in mittlerweile 300 Schulen in Schleswig-Holstein Anti-AfD-Plakate in den Schulgebäuden aufgehängt. „Die AfD: Ein gern gesehener Gast beim Philologenverband?“, fragt die GEW darauf provokant und ruft die Lehrkräfte auf, „nicht weiterhin die rassistische AfD salonfähig“ zu machen.
„Die Schüler, die von Autoren dieses Plakates unterrichtet werden, sind zu bedauern“
Beim Philologenverband spricht man von böswilliger Unterstellung. Philologenverband-Chef Jens Finger bezeichnete die Plakat-Aktion des GEW als „infam und dumm“. „Ob es uns nun gefällt oder nicht: Die AfD ist eine im Bundestag und in mittlerweile allen Landesparlamenten vertretene Partei“, erwiderte Finger laut der KL. AfD-Vertreter würden von nahezu allen gesellschaftlich relevanten Organisationen und Verbänden eingeladen. „Darin drückt sich Respekt vor Wahlergebnissen aus, nicht aber eine inhaltliche Nähe zur AfD.“ Indem die GEW diese unterstelle, bediene sie sich genau der populistischen Methoden, die sie kritisiere.
„Die Schülerinnen und Schüler, die von Autoren dieses Plakates unterrichtet werden, sind zu bedauern“, so Finger, der damit bestätigt, wie wichtig das AfD-Meldeportal für eine indoktrinationsfreie Schule tatsächlich ist.
Selbstherrliche linksdrehende GEW
Zum Jahreskongress im März hatten die Philologen nicht nur die bildungspolitischen Fraktionssprecher von CDU, SPD, Grünen, FDP und SSW um ein Grußwort gebeten, sondern auch einen Vertreter der AfD. Dann nahm zum Missfallen der politisch weit linksstehenden GEW bei der Jahrestagung der Oberstudiendirektoren im Oktober auf dem Diskussionspodium in Rendsburg neben Bildungsministerin Karin Prien (CDU) und den Sprechern Tobias Loose (CDU) und Anita Klahn (FDP) auch AfD-Mann Frank Brodehl Platz. Die SPD und SSW hatten daraufhin ihre Teilnahme abgesagt.
Wie die Hamburg AfD-Fraktion darstellt, liegen dieser in Hamburg Berichte vor, nach denen einzelne GEW-Vertreter für eine Anti-AfD-Demo vor der Geschäftsstelle der AfD-Bürgerschaftsfraktion am Montag in den Schulen offensiv werben.
Bei der am 3. Dezember angekündigten GEW-Demonstration, die auch von der Hamburger Lehrer- und Schülerkammer sowie vom DGB unterstützt wird, soll gegen das Informationsportal der AfD-Bürgerschaftsfraktion zur Meldung von Neutralitätsverstößen an Hamburger Schulen demonstriert werden. Ebenfalls beim linkspolitischen Stelldichein als “ UnterstützerInnen“ dabei: Hamburger Bündnis gegen Rechts, der vom Verfassungsschutz immer mal wieder beobachtete VVN-BdA und Die Linke Hamburg.
„Die GEW entlarvt sich selbst – und bestätigt ungewollt die AfD. Denn sie verstößt mit ihrer wiederholten Hetze gegen unsere Partei in Schulen gravierend gegen das Neutralitätsgebot. Gleichzeitig ruft sie zu einer Demonstration gegen die AfD auf, die sich mit einem Informationsportal gerade auch gegen solche Neutralitätsverstöße wehrt“, stellt Dr. Alexander Wolf, Vorsitzender und schulpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft fest. Hier habe sich eine immer weiter nach links radikalisierende Gewerkschaft vollends verrannt. Wer öffentliche Schulen so offensichtlich für parteipolitische Zwecke missbraucht, um gegen eine in den Bundestag und in 16 Landtage gewählte Partei zu agieren, der stellt sich außerhalb des demokratischen Diskurses. „Schüler, die von solchen GEW-Politaktivisten unterrichtet werden, sind zu bedauern“, stellt auch Wolf abschließend zu der GEW-Aktion fest. (SB)
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