Drei strenggläubige Korananhänger und Ringer sorgten in Hanau mit ihrer Weigerung der Kampfrichterin Ramona Scherer die Hand zu reichen, für einen handfesten Skandal. Die drei, die zu den besten Ringern Hessens gehören, wurden nach dem Zücken von gelben und dann gelb-roten Karten von dem Meisterschaftskampf ausgeschlossen.
Die zwei tschetschenischen Brüder Iunadi und Nazhavdi Bisultanov und der Bulgare Sunay Hamidov, alle drei hessische Meister, hatten schon beim Wiegen angesichts der weiblichen Kampfrichterin rumgezickt: „Als ich die Fingernägel kontrollieren wollte, sind sie zurückgezuckt.“ Bisultanov habe ihr gegenüber erklärt, aus religiösen Gründen sei es für ihn und seine Mitstreiter respektlos, eine fremde Frau zu berühren, die darüberhinaus möglicherweise auch noch verheiratet sei, berichtet die Mainpost.
Bei Ringer-Wettkämpfen ist der körperliche Kontakt zwischen den Sportlern und den Kampfrichter unerläßlich: „Bei strittigen Situation muss ich auch mal dazwischen gehen, zudem muss ich kontrollieren, ob sie trocken sind, nicht eingeölt“, erläutert Scherer, die Vizepräsidentin des Hessischen Ringer-Verbands ist. Am Ende des Kampfes sei sie auch diejenige, die den Arm des Siegers in die Luft streckt. Sie hätten nach dem Wiegen über die Situation gesprochen und sie habe den drei strenggläubigen Muslimen die Konsequenzen ihres Verhaltens geschildert, so die in ihren Kreisen hochgeschätzte 38-Jährige.
Es kam wie es kommen musste, die drei islamischen Ringer, die das erste Mal mit einer Kampfrichterin konfrontiert waren, weigerten sich, ihr die Hand zu geben. Die beliebte Kampfrichterin zog erst die gelbe, dann die gelb-rote Karte.
„So etwas ist mir noch nie passiert. Das ist wahnsinnig schade“, teilte die schockierte 38-Jährige den Tränen nahe dem Publikum mit. Noch im November hatte sie dem drbkkampfrichterblog gegenüber stolz erzählt, dass sie in ihrer Laufbahn noch die eine rote Karte habe zeigen müssen. Sie sei akzeptiert und müsse sich keine dummen und chauvinistischen Sprüche anhören.Der Bulgare Hamidov soll nach Angaben des Vereinsvorsitzender des RC Erlensee seit drei bis vier Jahren in Deutschland sein, die tschetschenischen Brüderseit ungefähr zwei Jahren.„In der Turnhalle oder im Vereinsumfeld verneigen sie sich vor Frauen“, so der „geschockte“ Vereinsvorsitzende Anton Albert. „Ansonsten sind das fleißige, ruhige, nette Jungs. Man wünscht sich, dass mehr Deutsche so angenehm sind“, gab er an.
Auf den Verein und die strenggläubigen Islam-Anhänger kommt, nach Angaben des HRV-Vorsitzenden Karl Rothmer, eine Anzeige wegen verbandsschädigenden Verhaltens zu. (MS)
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