StartZARONEWS PresseAgentur„Notfallseelsorge“: Wenn dich Amri zu Brei fährt, spendet Mustafa Trost

„Notfallseelsorge“: Wenn dich Amri zu Brei fährt, spendet Mustafa Trost

Berlin – „Die Berliner Notfallseelsorge bekommt ab 2019 offiziell auch muslimische freiwillige Mitarbeiter.“ Dies meldet die katholische Nachrichtenplattform Domradio und beruft sich dabei auf eine epd-Meldung. Ein entsprechender Kooperationsvertrag werde am 10. Januar unterzeichnet, sagte der evangelische Landespfarrer für Notfallseelsorge Justus Münster im Sprengel Berlin.

Bisher wird die Berliner Notfallseelsorge von der Evangelischer Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Erzbistum Berlin, Johanniter-Unfall-Hilfe, Malteser Hilfsdienst, Arbeiter-Samariter-Bund, Rotem Kreuz und der Deutscher Lebensrettungs-Gesellschaft bestritten. Nun soll die „muslimische Notfallseelsorge“ als achter Partner dazu kommen, berichtet Justus Münster, dem Evangelischen Pressedienst (epd).

In der Regierungshauptstadt Berlin sind zurzeit etwa 150 Frauen und Männer ehrenamtlich für die Notfallseelsorge und Krisenintervention aktiv. Sie bieten etwa 350 Mal im Jahr ihre Hilfe an.  Sie betreuen die Angehörige von Opfern, aber auch Ersthelfer an Unglücksorten wie Mitarbeiter von Rettungsdiensten, Feuerwehr und Polizei sowie andere Betroffene.

Beim Einsatz spiele nach Ansicht von Münster der weltanschauliche oder religiöse Hintergrund keine Rolle. „Wir finden, es ist an der Zeit, dass Mustafa so selbstverständlich zu Gertrud fährt wie umgekehrt Günther zu Aische“, sagte der Landespfarrer. Gleichzeitig teilte Münster mit, dass der Einsatz muslimischer Notfallseelsorger bereits seit 2016 in Berlin Praxis sei. Dabei seien gleich zwei „Nagelproben“ mit Großereignissen zu bewältigen gewesen. Der islamistische Terroranschlag in Nizza und der Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz. In Nizza wurden 200 Berliner Schüler betreut, die auf Klassenfahrt waren.

„Da waren muslimische Helfer selbstverständlich dabei, die Religion der Helfer spielte keine Rolle“, betonte Münster: “ Bei dem Anschlag mit einem LKW auf der Strandpromenade am 14. Juli 2016 wurden 86 Menschen getötet, darunter zwei Berliner Schülerinnen. Im gleichen Jahr starben in Berlin Dezember durch die Hand von Anis Amri. Damals hätten ebenfalls muslimische Mitarbeiter Hilfe angeboten.

„Wenn Angehörige oder andere Betroffene ausdrücklich wünschten, etwa von einem evangelischen Pfarrer betreut zu werden, werde versucht, das auch möglich zu machen,“ sagte Münster. Grundsätzlich hält der Landespfarrer jedoch an einer gemischten Helfergruppe fest. Die Erfahrungen hätten gezeigt, dass „unser inklusiver Ansatz genau richtig ist“. Ob das manche Hinterbliebene auch so sehen? (KL)

@jouwatch

Quelle!: #zaronews

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