Belgien – Seit dem 1. Januar ist das Verbot, Tiere halal sowie koscher zu schlachten in der flämischen Region in Kraft. Das neue Gesetz erntet scharfe Kritik von jüdischen und muslimischen Gemeinden in Belgien.
Bereit 2017 hat das Parlament von Flandern beschlossen, das Schlachten von Tieren ohne Betäubung zu verbieten. Ein ähnliches Gesetz war im Mai 2017 in der wallonischen Region beschlossen worden und wird voraussichtlich im August 2019 in Kraft treten.
„Wenn sich die Regierung auf diese Weise einmischt, schadet dies dem Ruf des jüdischen Volkes als Gemeinschaft. Es impliziert, dass wir als Gruppe unverantwortlich mit dem Wohlergehen der Tiere umgehen und eine staatliche Aufsicht brauchen, was natürlich eine sehr negative Ansicht von uns ist“, so Rabbiner Menachem Margolin, Vorsitzende des Jüdischen Verbands in Europa. Ganz ähnlich äußert sich Pinchas Goldschmidt, Chef der Europäischen Rabbinerkonferenz. Es sei „ein trauriger Tag für die Juden Europas, ein trauriger Tag für die Religionsfreiheit in Europa“.
Um trotzdem betäubungslos weiter schächten zu können und Tieren aus religiösen Gründen unvorstellbare Schmerzen zu zufügen, sieht der Chefredakteur der jüdischen Zeitschrift „Joods Actueel“ eine „Lösung“ in Brüssel. Da die Stadt eine separat verwaltete Region Belgiens darstelle und derzeit kein Verbot im Gespräch sei, könne man dort zunächst problemlos traditionell Schlachten. Rund 11,5 Prozent der belgischen Bevölkerung bilden Muslime, die jüdische Gemeinschaft Belgiens macht 0,4 Prozent aus, berichtet Daily Sabah. (SB)
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