StartZARONEWS PresseAgenturMesserstechereien in Halle: Restaurantbesitzerin gibt auf

Messerstechereien in Halle: Restaurantbesitzerin gibt auf

Halle (Saale) – Für die Subway-Filiale am Marktplatz ist noch früher Schluss als gedacht. Inhaberin Ines Banse hat jetzt die Öffnungszeiten ihres Restaurants verkürzt. „Das habe ich aus Sorge um meine Mitarbeiter gemacht. Es ist schade, dass es so ist“, erklärte die Besitzerin. Grund dafür seien regelmäßige Treffen von aggressiven „Jugendlichen “ vor der Tür ihres Restaurants.

Seit mehr als 15 Jahren betreibt Ines Banse direkt neben der Ulrichskirche ihr Subway-Restaurant, in dem sie Sandwiches und Salate verkauft. Doch in jüngster Vergangenheit gab es vor ihrem Restaurant immer wieder Polizeieinsätze, unter anderem auch wegen Messerstechereien, so Ines Banse gegenüber der Mitteldeutsche Zeitung 

Deshalb habe sie Angst um ihre Mitarbeiter – drei von ihnen seien aus Sicherheitsgründen jeden Abend im Restaurant beschäftigt: „So viele müssten dann eigentlich nicht arbeiten, aber so ist es sicherer“, erklärte die Subway-Chefin aus Halle. Früher habe ihr Restaurant bis 22 Uhr geöffnet, nun habe man sogar während des Weihnachtsmarktes schon um 20 Uhr die Pforten dichtgemacht.

Die Stadt Halle zeigt sich in Sachen Sicherheit rührig: Von Seiten der Stadt würde nach neuen Räumlichkeiten in Marktnähe für Ordnungsamt-Mitarbeiter gesucht. Schon jetzt verfüge man über ein „mobiles Büro“ um „mobil“ arbeiten zu können, dadurch könnten „Formulare unterwegs“ ausgefüllt werden, teilte der Leiter des städtischen Fachbereiches Sicherheit Tobias Teschner laut MZ mit. Die Stadtverwaltung wolle in den nächsten Tagen mit Restaurantbesitzerin Banse „das Gespräch suchen“, heißt es.Halle hat mit einer Vielzahl von Messerangriffen zu kämpfen. Erst im Dezember war der 16-jährige Vincent K. am Rande des Weihnachtsmarkts von einem in Deutschland geborenen 17-jährigen Rumänen angegriffen, geschlagen und mit vier Messerstichen in den Oberschenkel verletzt worden. Es soll um eine von Vincent zurückgewiesene 12-Jährige mit marokkanischem Vater gehen. „Nur wenige Zentimeter weiter und die Klinge hätte eine Hauptader getroffen. Dann wäre ich vielleicht verblutet“, erzählt der 16-jährige Schüler. Der 17 Jahre alte Täter ist wieder auf freiem Fuß. Nach der Tat sei das Opfer im Internet weiter bedroht worden, berichtet Du bist Halle! Er solle froh sein, keine 15cm lange Klinge in die Niere bekommen zu haben, und „ich weiß wo du wohnst“, so die Einschüchterungsversuche Richtung Messer-Opfer.Kein Einzelfall: Anfang November prügelten sich laut MZ 30 Syrer vor einer Shisha-Bar in der Neustadt, es kamen auch Messer zum Einsatz. Mehrere Verletzte mussten danach medizinisch versorgt werden. Beim Laternenfest wurde ein Gast mit einer Stichwaffe am Gesäß verletzt. Anfang Juli stachen mehrere Täter an der ehemaligen Eissporthalle auf drei 18-Jährige ein und fügten ihnen Stich- und Schnittverletzungen zu.„Eine Auswertung der Straftaten, die mit einem Messer begangen werden, ist nicht abschließend möglich“, erklärt Sprecher Ralf Karlstedt – denn Messerattacken werden statistisch nicht separat erfasst. Deshalb könne man beispielsweise auch zur Nationalität der Täter keine Aussagen treffen. Doch es gebe Anhaltspunkte dafür, dass Messerangriffe generell ein ernstes Problem in Halle und ganz Sachsen-Anhalt darstellen.Das Bundesland mit seinen nur rund 2 Millionen Einwohnern holt auf, wenn es um Messerattacken geht: Gab es 2013 noch 596 Messerangriffen waren es 2017 schon 724. Doch in Sachen „Messern“ hat die Hauptstadt weiter die Nase vorn – 2017 gab es dort pro Tag im Durchschnitt sieben Messerattacken – insgesamt wurden bei 2737 Straftaten Messer als Tatwaffe benutzt. (MS)

@jouwatch

Quelle!: #zaronews

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