Niederlande – 96 Tagen rund-um die Uhr-Gebete haben erreicht, was beabsichtigt war, eine armenische Familie im Kirchenasyl braucht jetzt ihre Abschiebung nicht mehr zu fürchten.
Seit dem 26. Oktober hielten rund 1000 Pastoren, Priester sowie Gläubige den nicht enden wollenden Gottesdienst in der protestantischen Bethel Kirche in Den Haag ab, um Familie Tamrazyan vor der Abschiebung nach Armenien zu bewahren. Den Eltern und ihren drei erwachsenen Kindern konnte während des 24/7 Betens nichts passieren, denn den niederländischen Behörden ist es untersagt, einen laufenden Gottesdienst zu unterbrechen.
Sasun Tamrazyan, seine Frau Anousche und deren drei Kinder Hayarpi, 21, Warduhi, 19, und Seyran, 15 waren 2009 in die Niederlande gekommen. Wegen der politischen Aktivitäten des Vaters sei das Leben der Familie in ihrer Heimat in Gefahr, so The Guardian. Seit ihrer Ankunft kämpfen sie um die Anerkennung ihres Asylbegehrens. Als es im Oktober vergangenen Jahres endgültig abgelehnt wurde und die Abschiebung bevorstand, fanden sie in der Bethel Kirche Zuflucht.
Nach fast drei Monaten ununterbrochenen Gebets war es am Mittwoch Nachmittag dann endlich soweit, die Behörden gaben nach und erlaubten der fünfköpfigen Familie zu bleiben, berichtet die New York Times.
Die niederländische Regierung ging sogar noch weiter: Man wolle jetzt hunderte Asylentscheidungen erneut prüfen, bei denen Kinder betroffen seien, teilte der für Einwanderung zuständige Minister Mark Harbers auf einer Pressekonferenz mit. Es gehe laut TIME um rund 700 Kinder. Solange die Überprüfung laufe, werde keine Familie abgeschoben, erklärte Minister Harpers. Nun können sich die betroffenen Familien große Hoffnungen machen, weiter in den Niederlanden zu leben. „Die Erwartung ist, dass eine große Anzahl der abgelehnten Kinder eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten wird“, sagte Harbers.
Freude herrscht auch in der Kirchengemeinde Bethel: „Wir sind unglaublich dankbar, dass Hunderte von Flüchtlingsfamilien in den Niederlanden eine sichere Zukunft haben“, äußerte sich Kirchenvertreter Theo Hettema in einer Erklärung. (MS)
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