StartZARONEWS PresseAgenturNRW und Berliner Grundschüler: Deutsch ist meist nur Zweitsprache

NRW und Berliner Grundschüler: Deutsch ist meist nur Zweitsprache

NRW/Berlin- Der Anteil von Duisburger Grundschülern, die ein annähernd fehlerfreies Deutsch sprechen können, liegt gerade mal bei 8,2 Prozent. Die Quote der Migrahu-Erstklässer, die überhaupt kein Deutsch sprechen, ist dagegen auf 16,4 Prozent angewachsen. Das ergab ein Bericht zur Eingangsuntersuchung von Grundschülern. Ebenfalls stark angestiegen: Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern mit Migrationshintergrund. In Berlin sieht es ganz ähnlich aus.

Schuleingangsuntersuchungen (SEU) oder auch Einschulungsuntersuchungen (ESU) sind in den meisten Bundesländern eine Pflichtaufgabe des Gesundheitsamtes. Alle Kinder eines Jahrgangs werden vor Schuleintritt durch Ärzte des Gesundheitsamtes untersucht. Neben der Dokumentation der Teilnahme an Impungs- und Früherkennungsuntersuchungen des Kindes wird auch dessen Sprachentwicklung erfasst.

Der darüber erfasste Bericht zur Eingangsuntersuchungen für Duisburger Grundschüler zeigt auf, dass nur noch 8,2 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund ein fehlerfreies Deutsch beherrschen. Der Anteil von Schulanfängern, die gar kein Deutsch beherrschen lag bei 16,4 Prozent. 49,9 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund die 2017 bei der SEU untersucht wurden seien mit Deutsch als Erstsprache aufgewachsen Der Rest – 50,1 Prozent – entstammen Haushalten, in denen ein andere Sprache als Deutsch gesprochen wird.

„In einigen Stadtteilen sind deutsch sprechende Migrantenfamilien offenbar mittlerweile eine echte Minderheit“, stellt die Zeitung fest und präsentiert Zahlen, die dokumentieren wie hoch der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund, die eine andere Sprache als Deutsch sprechen, bereits ist:

  •  Marxloh 74,4 %
  • Bruckhausen 87,5 %
  • Hochfeld sogar 87,9 %

Aus dieser Entwicklung würden sich Probleme ergeben, so die messerscharfe Schlussfolgerung. Die immer länger werdende Untersuchungsdauer der SEU, die in den Sprachproblemen der Kindseltern begründet liegt, weil dies die Kommunikation mit dem Arzt erschwere, scheint da noch das geringste. So sei  der Anteil der MIGAHU-Kinder, bei denen im Rahmen der Untersuchung motorische und koordinative Störungen festgestellt wurden, von rund 20 Prozent im Jahr 2010 auf etwa 27 Prozent im Jahr 2017 angestiegen. Der Anteil der Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten habe sich mit 5,6 Prozent im Jahr 2009 auf 14,2 Prozent (2017) fast verdreifacht.

Unter „Verhaltensauffälligkeiten“ fallen laut RP-Online oppositionelles Verhalten, Leistungsverweigerung, eingeschränkte Frustrationstoleranz, Distanzlosigkeit, ausgeprägte Schüchternheit, eingeschränktes Selbstvertrauen, Trennungs- oder Versagensängste, starke motorische Unruhe, Aggressivität oder eingeschränkte Motivation, die im NRW-Durchschnitt 2015 bei 8,9 Prozent lag.

Zu ganz ähnlichen, vernichtenden Befunden kommen laut dem Berliner Tagesspiegel die Amtsärzte in Berlin. „Schwere Defizite“ gebe es bei Berlins künftigen Erstklässern. Rund einem Drittel der 31.000  untersuchten Kinder können weder Stift noch Schere vernümftig halten, noch seinen sie in der Lage, mit Mengenverhältnissen annähernd richtig umzugehen. Am stärksten von diesen massiven Defiziten betroffen seien arabischstämmige Kinder. Und das selbst dann noch, wenn diese Kinder bis zu zwei Jahre lang einen Kindergarten besucht hätten. (SB)

@jouwatch

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