Die bosnische Regierung warnt vor einer erneuten Eskalation des „Migrationsproblems“ und warnt die EU vor einem massiven Anstieg der Zahl von Flüchtlingen, die das Land auf dem Weg in die EU durchqueren. Die EU würde das Problem ignorieren, so der Vorwurf des EU-Beitrittskandidaten.
Mit Einsetzen des Frühlingswetters werde es eine „Eskalation des Migrationsproblems“ geben, so der bosnische Sicherheitsminister des mehrheitlich islamischen, südosteuropäischen Landes, Dragan Mektic in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. Bosnien und Herzegowina, das 2016 einen EU-Beitrittsantrag gestellt hat, warf der Union vor, das Problem zu ignorieren. Der Minister zeigte auf, das bereits im vergangenen Jahr rund 22.000 Migranten aus dem Nahen Osten, Nordafrika und Asien sein Land auf dem Weg in die EU passiert haben.
Momentan bereiten sich in Griechenland bereits 70.000 Migranten auf die Weiterreise über den Balkan in die EU vor. Diese Zahlen habe er von „offiziellen Institutionen, darunter auch europäische“, so der bosnische Sicherheitsminister. „Es wird einfach zugelassen, dass diese illegale Migration weitergeht“, so die Klage des bosnischen Politikers, dessen Land eine lange Grenze mit dem EU-Staat Kroatien teilt.
Das Sicherheitsministerium seines Landes habe am Donnerstag die „komplette Schließung“ der 600 Kilometer langen Grenze zu Serbien und Montenegro angekündigt. Die Regierung erwäge zudem, ein Angebot Ungarns zur Entsendung von Polizisten anzunehmen, so Mektic laut der Kleinen Zeitung. Ungarn will damit den bosnischen Grenzschutz verstärken, heißt es. (SB)
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