Jahrzehntelang haben Moslems in der Türkei gefordert, die Hagia Sophia zur Moschee zu machen. Und der Präsident der Türkei, Erdogan, hat aus seiner Sympathie für diese Idee auch nie einen Hehl gemacht. Jetzt ist es soweit: Wie die Bild-Zeitung berichtet, will er damit tatsächlich ernst machen.
Der Bild Zeitung zufolge sagte Erdogan: „[Die] Hagia Sophia wird nicht länger Museum genannt werden. Sie wird aus diesem Status herausgenommen. Wir werden Hagia Sophia eine Moschee nennen.“Dabei spielen sicherlich auch die Kommunalwahlen in der Türkei eine Rolle. Aber ganz gleich, ob die Mehrheit der Türken einen solchen Schritt befürwortet oder nur Erdogan selbst es tut – der Bruch mit dem Westen ist unübersehbar.
Erdogan begründet sein Vorgehen recht durchschaubar als eine Art „Rache“ für den Anschlag von Christchurch. Durchschaubar deshalb, weil er den kürzlich erfolgten Anschlag in Utrecht – der durch einen Türken begangen wurde – die erneuten Raketenangriffe auf Israel und den vereitelten Anschlag in Deutschland ignoriert. Für Anschläge auf Niederländer, Deutsche, Israelis fühlt er sich nicht zuständig, selbst wenn Türken unter den Tätern sind – nur für solche auf Muslime, selbst wenn sie in Neuseeland erfolgen.
Im Grunde müsste sich Erdogan erst mal bei den Niederländern entschuldigen. Genau das will er aber nicht. Stattdessen sprach er davon, seinen „Geheimdienst“ einsetzen zu wollen – offenbar, weil es ihm innenpolitisch nicht in den Kram passte, dass ein Türke einen Anschlag in den Niederlanden begangen hatte.
Besonders abstoßend dabei: Die Hagia Sophia war bei Eroberung von Byzanz/Konstantinopel selbst ein Schauplatz eines Massakers. Wenn Erdogan also zeigen wollte, dass er mit dem Attentäter von Christchurch auf einer Stufe steht, dann hat er das jetzt bewiesen.
Gleichzeitig kritisiert Erdogan auch immer wieder „Islamfeindlichkeit“ im Westen – und das obwohl es Hinweise auf eine Zusammenarbeit Erdogans mit dem IS gibt.
Wie sollte man darauf reagieren? Religionsfreiheit gibt es in islamischen Staaten entweder gar nicht, oder nur auf dem Papier. Anschläge, gerade auch auf Kirchen und Tempel, und Morde, gerade auch an Frauen und Kindern, sind in Ägypten, Pakistan und Syrien keine Seltenheit. Dazu kommen ganz legale, offizielle Strafen – Zwangsscheidungen, Gefängnisstrafen, Auspeitschungen für Atheisten, Apostaten oder einfach nur Blogger, die sich zu weit aus dem Fenster gelehnt haben.
Das ist nicht schön, aber solange Säkulare noch aus diesen Ländern fliehen können, mag man es um des lieben Friedens willen tolerieren. Die Grenze ist da erreicht, wenn Moslems, Salafisten, IS Anhänger illegal in westliche Staaten hineinmarschieren, Religionsfreiheit, Staatsbürgerschaft, Sozialleistungen und Aufenthaltsrecht fordern – und dann anfangen, die Zivilbevölkerung, Kirchen, Konzerte und Feste anzugreifen.
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@jouwatch



