StartZARONEWS PresseAgenturMindener „Scharia-Klinik“ verliert nach Chefarzt-Rausschmiss Sonderstatus

Mindener „Scharia-Klinik“ verliert nach Chefarzt-Rausschmiss Sonderstatus

Minden – „Die Strafe folgt auf dem Fuß“, lautet das alte Sprichwort. Der Rausschmiss samt Hausverbot des renommierten und erfolgreichen Chefarztes des Mindener Klinikums im Bereich Unfallchirurgie und Orthopädie, Prof. Dr. Johannes Zeichen, (jouwatch berichtete) hat bereits Konsequenzen. Nach Informationen des Mindener Tagblattes hat die Berufsgenossenschaft (BG) dem Klinikum die Zulassung zum sogenannten Schwerstverletzungsartenverfahren (SAV) vorerst entzogen. Dies berichtet die Neue Westfälische.

Die Klinik war erst vorgestern in die Schlagzeilen der Lokalpresse geraten, weil ein arabischer Arzt sich weigerte, mit Frauen am OP-Tisch zusammenzuarbeiten und die Klinik nach Aussagen von Zeugen ihre Dienstpläne nach Scharia-Art zusammenstellt. Auch über diesen Fall hat die Neue Westfälische berichtet. Die Landespolitiker der AfD-NRW, Thomas Röckemann und Markus Wagner, haben bereits eine lückenlose Aufklärung der skandalösen Vorfälle gefordert und besonders den SPD-Landrat Dr. Ralf Niemann ins Visier genommen, der als verantwortlicher Leiter des Verwaltungsrates der Mühlenkreiskliniken eine Mitverantwortung für die Vorgänge trägt.

Nach Informationen der NW ist das SAV, das die notfall- und stationäre Versorgung von Schwerstverletzten regelt – z.B. schwere Brandverletzungen, Schädel-Hirn-Traumata oder Querschnittslähmungen – nicht nur mit hohen medizinischen Standards, sondern auch eng mit dem Status des Chefarztes verknüpft. Die Kliniken müssen, so die NW, „einen Chefarzt oder leitenden Arzt vorweisen, der Unfallchirurg ist und mindestens drei Jahre in der Abteilung zur Behandlung Schwer-Unfallverletzter eines SAV-Krankenhauses tätig gewesen ist. Außerdem muss er unter anderem Kenntnisse in den Bereichen Plastische Chirurgie, Physikalische und Rehabilitative Medizin, Handchirurgie, Notfallmedizin, spezielle chirurgische Intensivmedizin und Kindertraumatologie nachweisen. Zeichen erfüllte die Kriterien“. Die nächstgelegene Klinik, die diese Standards erfüllt, ist Bielefeld.

Kliniksprecher Busse zeigt sich laut Zeitung optimistisch, dass bald Ersatz für den Professor gefunden wird. Anders sieht es SPD-Landrat Dr. Ralf Niermann. Langsam schwant ihm wohl, dass die Skandale an der Klinik sich zum „politischen Skandal“ ausweiten könnten. Und so ist er via Lokalpresse um Schadensbegrenzung bemüht. Da heißt es in der NW: „Die Aufgabe sei es nun, ‚Schaden von den Kliniken abzuwenden‘. Die Themen ‚fristlose Entlassung von Zeichen und der derzeitige Verlust des SAV-Status‘ stünden auf der Themenliste für die MKK-Verwaltungsratssitzung am kommenden Dienstag.“ Nach Meinung des Landrates müsste sich der Klinikvorstand kritischen Fragen stellen. Welche Fragen das sein werden, lies er dem Vernehmen nach offen. Erst recht, ob die „Scharia-Dienstpläne“ des Nahost-Arztes auch auf der Tagesordnung stehen. Schlusssatz des Artikels:

„Niermann hofft, dass das Thema SAV ‚zu reparieren‘ sei.“ Das klingt fast nach einem Fahrradschlauch. Wenn der Schlauch jedoch porös ist, helfen auch keine Flicken mehr, sondern nur noch ein komplett neuer Reifen. (KL)

@jouwatch

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