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Lauren Southern interviewt Schlepper in Marokko

In dem neuesten Ausschnitt ihrer Doku „Borderless“, die zu den EU-Wahlen veröffentlicht werden soll, trifft die Vloggerin Lauren Southern einen sogenannten Menschenschmuggler zum Interview. Sie reist dafür nach Nador, einer kleinen Küstenstadt in Marokko. Hier in den umliegenden Hügeln warten unzählige Afrikaner aus den Subsahara-Ländern auf ihre Weiterreise nach Spanien.

Als sie eintrifft, ist von dem Schlepper nichts zu sehen. Er scheint mehr als nervös, den ganzen Tag hält er sie hin, meldet sich immer wieder mit Nachrichten bei ihr und verschiebt das Treffen. Erst im Schutz der Dunkelheit taucht er nach 23 Uhr endlich auf und steigt aus einem dicken Wagen. Er sei Senegalese und 20 Jahre alt, stellt er sich vor. Bereits acht Monate sei er vor Ort. Seine Kundschaft muss viel Geld für die Weiterreise Richtung Europa bezahlen. 250 Euro kostet sie die Fahrt von Tanger nach Nador. Hier werden weitere 2.000, 2.500 oder 4.000 Euro fällig, um sich den Platz in einem der Boote zu sichern.

Die Fahrt ist perfekt organisiert. Mit dem Boot gehe es raus aufs Meer, von dort ist man schon so gut wie in Spanien, erzählt der Senegalese. In den internationalen Gewässern warte schon das spanische Schiff namens „Salvamento“ -spanisch für Rettung – nehme die illegalen Einwanderer an Bord und fahre schnurstracks nach Spanien. 50 Leute würden in ein Boot passen, im Schnitt zahlen sie 2.500 Euro – also mindestens 125.000 Euro pro Boot. Ob dem „Reisevermittler“ aus dem Senegal bewusst ist, welche Gewinnsummen da für seine Bosse so rausspringen, ist unklar. Auf die Frage von Lauren Southern, wieviel Geld denn da pro Fahrt zusammenkomme, weiß der angeblich 20-Jährige keine richtige Antwort. Das könne man zusammenrechnen, aber der „Marokko-Mann“- offenbar der eine Stufe höher angesiedelte Schlepper, hat dann viel Geld, gibt er an. Den Namen vom „Marokko-Mann“ kenne er nicht, den wisse nur der Boss, erzählt er weiter. Es sei ein Geschäft und jeder schwarze Mann könne so nach Spanien kommen, berichtet er.

Wie viele Afrikaner pro Tag in die Boote gesetzt werden, käme auf die Sicherheitsmaßnahmen an, manchmal 500. An besseren Tagen könnten es durchaus 2.000 sein. Es gebe auch einen „Garantieaufschlag“, wenn man den bezahle, bekommt man sein Geld zurück, wenn es mit der Anreise nach Spanien nicht geklappt hat. Er sei der Vermittler, er gebe die 2.000 oder 4.000 Euro an den Boss weiter, alles darüber hinaus gehöre ihm, so das Geschäftsmodell. In den Heimatländern sei es einfach zu schwierig, an ein legales Visum zu kommen, begründet er die illegale Schlepperei nach Europa. Das Gespräch wird durch ein ankommendes Auto jäh abgebrochen. Kurz darauf erzählt eine sichtlich geschaffte Lauren Southern, ihr Informant sei abgehauen. Wohl aus Angst, sie würden mit der Polizei zusammenarbeiten und er werde nun verhaftet. Er sei einfach weggerannt mitsamt ihrem Ansteckmikro. Lauren Southern ist deprimiert. Eine Woche habe man an den Kontakten zu den Migranten gearbeitet, nun sei alles umsonst gewesen. „Sie denken, wir arbeiten mit der Polizei, dabei war es nur ein lokaler Bauer, der mit seinem Wagen auf sein Feld gefahren ist“, so die sichtlich deprimierte Kanadierin Lauren Southern. (MS)

Wer die Dokumentation „Borderless“ von Lauren Southern unterstützen will, kann das hier tun.

@jouwatch

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