64 Menschen hat das NGO-Schiff „Alan Kurdi“ der deutschen Organisation Sea-Eye an Bord genommen. Die Bundesregierung will sich für eine „schnelle Lösung“ einsetzen, signalisiert Aufnahmebereitschaft und fordert die anderen EU-Staaten auf, mitzumachen. Nur zwei Tage zuvor war Angela Merkel von mehr als 50 im großen Flüchtlingsgeschäft tätigen deutschen Organisationen in einem Offenen Brief dazu aufgefordert worden, mehr Engagement zu zeigen. Die drei Forderungen nach einem „Notfallplan für Bootsflüchtlinge“, „Sichere Häfen“ und „Keine Rückführungen nach Libyen“ scheinen umgehend erfüllt zu werden.
Mit einem Offenen Brief, unterzeichnet von mehr als 50 deutschen Organisationen, darunter dem FC Sankt Pauli, der Neue Richtervereinigung e.V., den Kirchen, der Landesvereinigung NRW der VVN/BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten) sowie dem Aktionsbündnis gegen AIDS, fordern die Briefeschreiber die Frau Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel auf, in ihrem Sinne tätig zu werden. Und sie ergreift anscheinend gerne und umgehend die Gelegenheit beim Schopf und „rettet“ laut Welt direkt ein paar weitere „Bootsflüchtlinge“ von der „Alan Kurdi“. Mission erfüllt – wieder sind ein paar Menschenschmuggler um mehr als 100.000 Euro reicher geworden (jouwatch berichtete) und die „deutsche Zivilgesellschaft“ darf sich auf neue Kundschaft freuen.
Zuvor hatten zwei Frauen samt ihrer zwei Kinder im Alter von ein und sechs Jahren sowie eine Schwangere sich geweigert, die Alan Kurdi zu verlassen. Ihnen war angeboten worden, sich in Lampedusa medizinisch versorgen zu lassen. Seitens der Sea Eye Mannschaft hieß es, es gebe eine Vereinbarung mit der deutschen Regierung, dass nur gesamte Familien evakuiert werden. „Wir werden keine Familien trennen!“, so die Sea Eye-Betreiber. Das sei eine emotionale Folter und gefährde das Wohlbefinden des Kindes, so der Standpunkt der „Retter“.
„Alles was nun bleibt, ist ihnen eine gute Reise nach Berlin zu wünschen“, kommentierte der italienische Innenminister Matteo Salvini die Weigerung der Frauen von Bord zu gehen, berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa. (MS)
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