Die Bild titelt am Montag: „Merkels neues Einbürgerungsgesetz – Männer mit Zweitfrauen dürfen Deutsche werden.“ Und angesichts dieser polygamistischen Umtriebe blieb Gerald G. Grosz dann doch das Frühstücksei im Mund stecken. Langsam streckte er die Hände gen Himmel und erflehte, dass der gütige und allwissende Herr doch endlich Hirn über die Häupter von Barley und Merkel regnen lassen wolle. Mit Video.
„Wen ich mir Ihre geschundenen und verhärmten Ehemänner bzw. Lebensabschnittspartner und die der deutschen Politikerkolleginnen so ansehen verstehe ich ja durchaus den jeweils legitimen Wunsch nach Zweit- oder sogar Drittfrauen. Denn wie überall im Leben lautet auch in Ihren Beziehungen das Motto: Das Auge wählt mit! Aber jetzt einmal unter uns: Das bedauernswerte Schicksal des Herrn Sauer und seiner gepeinigten Geschlechtsgenossen kann ja nicht dazu führen, dass Deutschland als europäisches Land zu einem Haremsstaat nahöstlicher Prägung mutiert“, stellt Gerald G. Grosz in seinem Videobeitrag fest und wendet sich nochmals an die beiden Ladys:
„Frau Merkel, Frau Barley! Ihr Vorstoß überschreitet jedes Maß an Humor und Zynismus. In Wahrheit vollziehen Sie im deutschen Rechtssystem nun auch jene dramatische Realität, die Sie mit Ihrer Politik – unter „Wir schaffen das“ subsumiert – angerichtet haben! In Wahrheit verankern Sie in einem europäischen Rechtsstaat religiöse Versatzstücke aus dem Mittelalter, die im krassen Widerspruch zu unseren Wertvorstellungen eines Europas des 21. Jahrhunderts stehen. In Wahrheit installieren Sie über die Hintertüre Teile eines Moral- und Sittenverständnisses, das wir nur aus extremistischen Gottesstaaten kennen. In Wahrheit machen Sie die Drecksarbeit für jene Kräfte, die Deutschland, Österreich, ganz Europa destabilisieren, indem sie das Rechtssystem der Scharia hier anwenden wollen. In Wahrheit schänden Sie mit Ihrem Kniefall die mühsam erkämpften Frauenrechte und untergraben alle Bemühungen der Gleichbehandlung. In Wahrheit verraten Sie unsere Werte!“
Gerald Grosz war von 1999 bis 2015 in unterschiedlichen politischen Funktionen tätig. Von 2008 bis 2013 war er Mitglied des Nationalrates der Republik Österreich in der XXIV. Gesetzgebungsperiode und im gleichen Zeitraum Gemeinderat der steirischen Landeshauptstadt Graz. Im Rahmen der sogenannten „Wenderegierung“ fungierte er zwischen 2000 und 2005 als Pressesprecher und Ministersekretär des damaligen Vizekanzlers und Bundesministers für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz Mag. Herbert Haupt. Zwischen 2006 und 2008 war er Generalsekretär des Bündnis Zukunft Österreich und von 2013 bis 2015 dessen Bundesparteiobmann. Nach seinem Ausscheiden aus allen politischen Ämtern im Jahr 2015 führt er seine Unternehmen. Grosz äußert sich nach wie vor kritisch zu politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Themen. Er hält Vorträge, schreibt Gastkommentare und wendet sich im Wege der sozialen Netzwerke an eine breitere Öffentlichkeit.
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