Bernburg – „Unser Land wird sich verändern, und ich freu mich drauf“, sagte einst die Fraktionsvorsitzende der Grünen Katrin Göring-Eckardt. Wie diese Veränderungen in der Praxis aussehen, bekommen seit geraumer Zeit in Bernburg die Nachbarn eines Flüchtlingswohnheimes auf dem Ameos-Klinikgelände zu spüren, die vor Lärm nicht mehr in ihren Gärten sitzen können. Der Lärmpegel rief schließlich via Beschwerden auch die Landesregierung von Sachsen-Anhalt auf den Plan. Tamara Zieschang, Staatssekretärin im Innenministerium erklärte den Asylzuwanderer-Lärm zur Chefsache. Nun soll eine Hausordnung für Ruhe sorgen, und mehrere Nannys, die Tag und Nacht auf die lautstarken Neubürger aufpassen.
Seit Anfang März klagten die Nachbarsfamilien rund um das ehemalige Bettenhaus der Ameos Kliniken über unerträglichen Lärm, der in Mittags- und Abendstunden erklang, berichtet die Mitteldeutsche Zeitung. Seit dem hohen Besuch der Staatssekretärin vor Ort, sei es besser geworden.
„Das Gebrüll und Geschrei war so laut, dass man es auch bei laufendem Fernseher hörte“, sagt Reimund Grahl der MZ. „Die Tonaufnahmen auf seinem Handy von jenem Abend hätten den Heimleiter, der nachmittags seinen Dienst beende, entsetzt.“ Berichtet die Zeitung weiter.
Das Innenministerium hat nun nach Beschwerden der Anwohner eine Hausordnung mit Ruhezeiten erlassen. Sie gilt von 22 bis 6 Uhr. An Sonn- und Feiertagen sogar ganztägig. „Diese Festlegungen entsprechen der Gefahrenabwehrordnung der Stadt Bernburg“, teilte die stellvertretende Pressesprecherin des Innenministeriums Nancy Eggeling mit. Ferner habe der Heimleiter den Nachbarn ferner zugesichert, dass der Spielplatz nur noch bis 20 Uhr zur Verfügung stehe. Nun soll das Wachpersonal dafür sorgen, dass nach 20 Uhr im an die Eigenheimsiedlung angrenzenden Aufenthaltsbereich nur noch in Zimmerlautstärke miteinander kommuniziert wird.
Dies funktioniere nach Aussagen eines Nachbarn jedoch nicht immer. Oft steht die Tür zum Heim offen und man hört den Lärm aus dem Treppenhaus. „Das Tor des umzäunten Geländes werde laut zugeschmissen, die Kinder würden des Öfteren mit ihren Fahrrädern und Dreirädern scheppernd dagegen fahren, obwohl zugesichert wurde, dass sie ausschließlich den etwas weiter entfernten Spielplatz nutzen dürfen.“, berichtet die Zeitung weiter über die nach wie vor große Lärmbelästigung.
„Wie früher mittags raus in den Garten setzen, die Beine hochlegen und mal ein Buch lesen, das geht leider nicht“, sagt Elke Warthemann. Vorschläge, das Flüchtlingsheim in einen anderen Trakt zu verlegen, stoßen wiederum beim Krankenhaus auf Ablehnung. Schließlich brauchen ja auch Kranke ihre Ruhe. Nun hoffen die Anwohner auf eine Betreuung der Flüchtlinge durch die „European Homecare GmbH.“ Ab dem 1. Juni sollen laut MZ tagsüber zwei und nachts ein Sozialarbeiter vor Ort sein. Weiterhin ist geplant, besonders „schutzbedürftige Flüchtlinge“ in eine dauerhafte Landesunterkunft umzusiedeln. In Sachen „schutzbedürftiger Flüchtlinge“ geriet die Organisation European Homecare im Jahr 2016 in die Negativschlagzeilen (FNP). Weil sich eine Sozialarbeiterin mit christlichen Flüchtlingen – also den wirklich verfolgten – besonders verbunden fühlte, wurde sie von den linken Berufsgutmenschen auf Druck muslimischer Flüchtlinge gefeuert. (KL)
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