Berlin – Gerüstet gegen Kriminelle und Terroristen? Nicht so die Berliner Polizei, wo sich 1800 Polizisten etwa 56 Gewehre im Notfall teilen müssen. Die Mängelliste aus Berlin scheint kein Ende zu kennen.
Wie die BZ berichtet, gibt es erhebliche Probleme mit den erst just bestellten Gewehren von Sig-Sauer. 300 sind insgesamt eingekauft worden. Davon schafften es jedoch 115 nicht über die Werkbank hinaus und mussten wegen technischer Mängel zurückbleiben. Ein weiterer Teil wurde von den Beamten noch nicht eingeschossen. Dementsprechend leidet die Genauigkeit und üben konnten die Polizisten mit den Waffen sowieso kaum, weil die Munition ebenfalls knapp ist. Von den 56 einsatzbereiten Waffen ist noch ungeklärt, ob diese überhaupt einsatzfähig sind, nachdem 1800 Polizisten an ihnen ihr Übungsschießen durchführen durften. Wirklich sichere Handhabung werden diese dabei wohl kaum erlernen.
Die Sturmgewehre vom Typ MCX von Sig-Sauer sind angeschafft worden, um den Polizisten die Möglichkeit zu geben, auch bei größeren Gefährdungslagen zu reagieren. Nach vielen Jahren der Planung und Vorbereitung ist die Enttäuschung jetzt groß, weil kaum ein Polizist in den Genuss dieser Feuerkraft kommen wird. Schon 2016 machte die Berliner Polizei, die dem rot-rot-grünen Senat untersteht, mit dem Kauf ausgemusterter Pistolen vom Typ P6 auf sich aufmerksam. Für nur einen Euro wurde diese scheinbar schrottreifen Pistolen den Beamten übergeben. Ein symbolischer Preis für Altmetall. Die 1978 produzierten Waffen leiden an Verschleiß, der nicht reparierbar ist.
Die MP7 Maschinenpistolen von Heckler & Koch, die auch von der Bundeswehr erfolgreich genutzt werden, leihen sich die Polizisten von der Truppe für insgesamt 13.000 Euro im Jahr. Dabei hat die Bundeswehr eigentlich auch selbst Bedarf. Wer im Notfall mehr Bedarf hätte, ist nicht geklärt. Die Odyssee endet jedoch nicht dort, sondern setzt sich mit dem Versuch der Anschaffung von SFP9 Maschinenpistolen fort, die jedoch auch wieder aufgrund von Mängeln zurückgeschickt werden mussten.
Und selbst wenn die Polizisten nun Waffen hätten, so fehlt ihnen die Munition.
GdP-Sprecher Jendro zur B.Z.: „Für das Training der Einsatzeinheiten reicht die Menge nicht aus, so dass man die Kollegen zum Training mit der belasteten Munition drängen wollte.“ (CK)
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