Berlin – Obwohl nach wie vor ein großer Teil antisemitischer Attacken auf das Konto der wachsenden islamischen Parallelgesellschaft geht und nach wie vor ein hoher Prozentsatz der Muslime latent israelfeindlich eingestellt ist, wirbt der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, für einen Schulterschluss zwischen Juden und Muslimen. Mit dem Einzug der AfD in Landtage und in den Bundestag habe sich die politische Lage verändert, schrieb Schuster laut Domradio in der Süddeutschen Zeitung und stellt dabei die „Islamkritik“ der viertgrößten Volkspartei an den Pranger.
Nach Ansicht des Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, ist der Austausch zwischen Juden und der größtenteils fundamentalistischen islamischen Community wichtiger denn je. „Denn mit dem Einzug der AfD in unsere Landesparlamente und in den Bundestag hat sich die politische Lage verändert“, schreibt er in der „Süddeutschen Zeitung“. Damit habe eine Partei „enorm an Einfluss gewonnen, die Islamfeindlichkeit in allen Facetten verbreitet.“
Um die Muslime für die Allianz gegen die Islamgegner zu gewinnen hat der Zentralrat der Juden in Deutschland hatte unter dem Titel „Prävention durch Dialog: Jüdisch-muslimisches Gespräch neu gedacht“ ein neues Projekt gestartet. Damit soll der scheinbar doch vorhandene muslimische Antisemitismus abgebaut werden. Demnach dient das AfD-Bashing, mit der man junge israelfeindlich eingestellte Muslime mutmaßlich ködern will, wohl als Lockstoff.
„Radikalisierung und Antisemitismus in Teilen der muslimischen Gemeinschaft bereiten uns Sorge und sind ein Problem für die Demokratie insgesamt. Mit der direkten jüdisch-muslimischen Begegnung auf Augenhöhe möchten wir Vorbehalte abbauen und damit frühzeitig einer Radikalisierung vorbeugen“, hatte Schuster laut Domradio bereits Mitte Mai zum Auftakt erklärt. Unterstützt wird das Projekt von der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz.
Weiter sagte Schuster zum Thema „Antisemitismus unter Muslimen“ in der Süddeutschen Zeitung: „Wir wollen mit unseren intergenerationell angelegten Dialogformaten dazu beitragen, Antisemitismus im Keim zu ersticken. Daher sprechen wir von Prävention.“ Man wolle keine „bereits Radikalisierten deradikalisieren – vielmehr wollen wir einer antisemitischen Radikalisierung vorbeugen.“
Ein erfolgversprechendes Projekt, zumal vielen jungen Muslimen von ihren Familien der Antisemitismus von Kindesbeinen eingebläut wird. Wo soll die Prävention anfangen. In den Kitas? (KL)
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