Die Klimagretel aus Schweden hat verkündet, daß sie nach Beendigung ihrer neunjährigen Schulpflicht keine weiterführende Schule mehr besuchen wolle, wenigstens für ein Jahr nicht. Die Welt braucht die Gretel dringender als alles andere, meldet die BILD. Der Klimakrampfkampf zur Weltrettung habe jetzt Vorrang. Schule kann warten.
Der Vermutungschecker bestätigt, daß es Vermutungen gibt, zwischen der Klimagretel und ihren Vermarktern könnte sinngemäß folgender Dialog stattgefunden haben: „Hör mal zu, Gretel, es ist so: Niemand kann ewig Star bleiben, der so wenig Talent hat wie du. Deswegen müssen wir gründlich absahnen, so lange es noch geht. Schätzungsweise können wir dich noch ein Jahr im Markt halten. Danach ist der Drops gelutscht. Also machen wir das jetzt so: Du sagst den Leuten, daß du dich für sie und ihre Welt opferst, indem du ein Jahr deines Lebens nicht zur Schule gehst. In dem Jahr sahnen wir nochmal richtig ab. Wenn du schön mitmachst, bekommst du auch die lang ersehnte Belohnung: Bengt Bengtsson aus der Parallelklasse wird sagen, daß er dich hübsch findet.“
Allerdings gibt es jetzt ein Problem, das mit der Größe der Welt zusammenhängt, welche die Gretel nächstes Jahr „retten“ muß. Wer vor Ablauf seinen Haltbarkeitsdatums zügig international vermarktet werden muß, der muß auch viel fliegen. Mit dem Segelflieger geht das nicht. Man muß einen Jet nehmen und tonnenweise Kerosin verbrennen. Für die Umwelt wäre das zwar egal, aber für das Image nicht, das man zu vermarkten gedenkt. Also muß die Gretel irgendwie anders zu jenen Planetenplätzen transportiert werden, wo ihr die Klimagläubigen die Füße küssen.
Die BILD, immer ganz vorn dabei an der Infofront, weiß auch schon, wie das geht. Ob septemberlicher Klimagipfel der Vereinten Nationen in New York, ob weihnachtliche Weltklimakonferenz in Santiago de Chile: Ein Schiff wird kommen. Man wird die Klimagretel einfach verschiffen. Solche Schiffe verbrennen nämlich nicht tonnenweise Kerosin, sondern noch viel mehr Tonnen Schweröl. Das könnte imagemäßig gut hinhauen, weil Schweröl bisher noch kein Thema gewesen ist. Daß der Schwefelgehalt von Schweröl ungefähr 3000mal höher ist, als der von Diesel, weiß gottsdeidank noch kaum jemand. Was macht es schon, wenn das Wasser im Ozean ein bißchen sauerer wird, wenn dafür der Himmel weniger Kondensstreifen hat. – Na eben.
„Greta Thunberg ist die Erfinderin der „Fridays For Future“-Streiks„, schreibt die BILD. Das sind allerdings ganz dreiste Fake-News, wie der jouwatch-Faktenchecker herausgefunden hat. In Wahrheit ist es nämlich so, daß die Klimagretel anfangs ganz alleine streikte, weil sie schwer einen an der Klatsche hat. Daß man daraus eine weltweite Protestbewegung für Bekloppte machen könnte, von der man reich wird, – auf die Idee sind ganz Andere gekommen. Einen positiven Effekt hat das Ganze dennoch. BILD beschreibt ihn so: Erst durch den Klimastreik, so die Gretel, habe ihr Leben einen Sinn bekommen. Und so hat sie das der BILD auch erzählt. Völlig realitätsfern ist die Klimagretel also nicht, wenn BILD der ersten Fake-News keine zweite hinterhergeschoben haben sollte.
Die BILD schreibt auch, daß die Gretel immer mit derselben Frisur zu sehen sein wird: Zwei geflochtene Zöpfe. Warum das so sein wird, schreibt BILD allerdings nicht. Deshalb macht jouwatch die Info komplett, indem wir eine Frage in den Raum stellen. Die Frage: Wäre Pippi Langstrumpf ohne ihre Zöpfe noch die Kunstfigur, die sie ist? – Wohl kaum. Und mit der schwedischen Klimagretel verhält es sich kein Stück anders, als mit der Schwedenpippi.
Einziger Unterschied: Pippi Langstrumpf machte sich die Welt, widde-widde-wie es ihr gefällt – und die Schwedengretel rettet die Welt, widde-widde-wie es ihren Vermarktern gefällt.
@jouwatch



