Bundeskanzlerin Angela Merkel hat erneut bekräftigt, dass sie keinen Anspruch auf einen Spitzenposten in der Europäischen Union erhebt. „Ich sage immer noch nein“, erklärte sie am Freitag nach dem EU-Gipfel in Brüssel.
Sie sei ein bisschen traurig, dass ihre Position „scheinbar auch überhaupt nicht respektiert“ werde. „Und ich finde, das könnte man tun“, sagte sie.
Zuletzt hatte sich Ex-Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) für Merkel als künftige EU-Ratspräsidentin ausgesprochen.
„Angela Merkel ist die Beste für diese Aufgabe“, schrieb er in einem Beitrag für das „Handelsblatt“. Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron würde für Merkel als EU-Kommissionspräsidentin seine Stimme geben, sagte er vor dem Gipfel. „Wenn sie es machen wollte, würde ich sie unterstützen.“
Zugleich ist Macron der entschiedenste Gegner des von Merkel lange Zeit unterstützten Kandidaten Manfred Weber (CSU) für den Posten des EU-Kommissionspräsidenten. Trotzdem trat die Kanzlerin dem Eindruck entgegen, dass ihr Verhältnis zu Macron in der bisher schwierigsten Phase sei.
„Wir respektieren uns, und ich kann ganz klar sagen, ich möchte keine Entscheidung gegen Frankreich treffen, und ich glaube, Frankreich möchte auch keine Entscheidung gegen Deutschland treffen. Insofern müssen wir uns zusammenraufen“, sagte Merkel.
am/dpa



