Beim Absturz eines Hubschraubers der Bundeswehr in Niedersachsen ist eine Soldatin gestorben. Ein Soldat, der sich ebenfalls an Bord befunden habe, ist verletzt ins Krankenhaus gekommen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat den Hinterbliebenen der getöteten Pilotin ihr Beileid ausgesprochen.
Beide Piloten sind erfahren und umfassend ausgebildet gewesen auf dem Helikopter des Typs EC 135 von Eurocopter, teilte von der Leyen mit. Sie hatten je 450 Flugstunden absolviert und befanden sich in der Weiterbildung zum Fluglehrer.
„Unsere Gedanken, unser Mitgefühl, unsere Trauer ist heute mit den Angehörigen der Familie, den Freunden und den Kameradinnen und Kameraden der Soldatin”, sagte von Leyen am Montagabend nahe der Unglücksstelle.
Ein Soldat habe verletzt überlebt und liege im Krankenhaus.
Ursache unklar
„Die Absturzursache ist bisher vollkommen unklar”, sagte von der Leyen. Die Bundeswehr verfüge über 14 Maschinen, von denen elf immer einsatzbereit seien. Die Wartung sei mit Airbus vertraglich geregelt.
Der Schulungshubschrauber vom Typ Eurocopter EC 135 sei gegen 14.00 Uhr bei Dehmkerbrock westlich von Hameln verunglückt, sagte ein Bundeswehrsprecher. Die Maschine des Deutschen Heeres gehöre zum Internationalen Hubschrauberausbildungszentrum in Bückeburg.
In Folge des Absturzes habe zunächst ein Getreidefeld gebrannt, sagte ein Feuerwehrsprecher. Die Flammen wurden gelöscht.
„Ein militärischer Sicherheitsbereich ist eingerichtet”, teilte die Bundeswehr mit. Der Absturzort liegt nach Angaben von Anwohnern an einer viel beflogenen Übungsstrecke. Auch Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) sprach der Familie der Verunglückten sein Mitgefühl aus.
Eurocopter EC 135
Beim Modell EC 135 handelt es sich um einen leichten, zweimotorigen Mehrzweckhubschrauber, wie er vor allem für Luftrettung und Überwachungsaufgaben eingesetzt wird.
Absturz zweier Bundeswehr-Kampfflugzeuge
Erst in der vergangenen Woche waren zwei Eurofighter des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 „Steinhoff” bei Luftkampfübungen über Mecklenburg-Vorpommern zusammengestoßen und nahe der Ortschaft Nossentiner Hütte abgestürzt. Ein Ausbilder-Pilot hatte sich mit dem Schleudersitz gerettet und den Unfall leicht verletzt überlebt. Der Pilot der zweiten Unglücksmaschine starb. Die dritte Maschine blieb unversehrt. Am Boden wurde durch die abstürzenden Maschinen niemand verletzt, allerdings wurden Wrackteile auf einem Sportplatz, einem Feld und nahe einem Kindergarten in Nossentiner Hütte gefunden.
Flüge wieder aufgenommen
Das in Laage bei Rostock stationierte Luftwaffengeschwader nahm am Montagmorgen den Flugbetrieb wieder auf, wie Kommodore Gero von Fritschen sagte. Hinweise auf einen Fehler an den Maschinen habe es nicht gegeben.
„Bedingt dadurch, dass wir den Flugbetrieb heute wieder aufnehmen und auch die Eurofighter-Flotte insgesamt nicht den Flugbetrieb eingestellt hat, ist ersichtlich, dass wir nicht von einem technischen Defekt an einer der Maschinen ausgehen”, sagte er.
Vor der Wiederaufnahme des Flugbetriebs habe es eigene Analysen und ein Treffen im Kreis der fliegenden Besatzung gegeben, bei dem auch der überlebende abgestürzte Pilot und der Pilot einer dritten Maschine intern berichtet hätten.
„Wir haben anhand der Erinnerung, der Gedächtnisprotokolle versucht nachzuvollziehen, was da draußen passiert ist”, sagte der Kommodore. Der Unfall dürfe nicht zwischen den Besatzungen und der Wiederaufnahme des Flugbetriebs stehen.
„Heute Morgen sind wir mit vier Maschinen rausgegangen, heute Nachmittag werden noch mal zwei Maschinen rausgehen”, sagte er. Einschränkungen bei den geübten Taktiken gebe es nicht.
ai/rtr/dpa



