Die Kommission für Auswärtige Angelegenheiten der türkischen Generalversammlung festigt mit der Unterzeichnung eines Militärkooperationsabkommens mit der Golfmonarchie Katar den Einfluss Ankaras am Persischen Golf. Künftig ist es der Türkei erlaubt, Truppen auf die Fehler, Gruppe existiert nicht! Überprüfen Sie Ihre Syntax! (ID: 3)Halbinsel zu entsenden.
Ein Abkommen zwischen der Türkei und Katar, das am 4. März öffentlich bekanntgemacht wurde, umfasst die Bereiche militärische Ausbildung, Entwicklung und Förderung der Rüstungsindustrien, gemeinsame
Militärübungen und die Entsendung zusammengeführter Truppenverbände.
Sobald das Abkommen vom Parlament in Ankara abgesegnet ist, wird dieses eine Laufzeit von zehn Jahren haben. Überdies gab die Kommission für Auswärtige Angelegenheiten der türkischen Generalversammlung bekannt, dass die Regierung ähnliche Abkommen auch mit anderen Golfstaaten abschließen wolle.
Militärexperten, die dem Nachrichtenportal SES Türkiye ein Interview gaben, betonten, dass dieses Abkommen sowie folgende bestätigen, dass die Türkei ihre Beziehungen zu den Golfstaaten verstärkt aus einer strategischen bis militärischen Perspektive betrachten.
Gabriel Mitchell, Türkei-Experte des Israelischen Instituts für regionale Außenpolitik (MITVIM), führte an, dass seit der Krönung des neuen saudischen Königs Salman im Januar vor allem ein erhöhtes Engagement Riads dahingehend verzeichnet worden sei, interne sunnitische Machtkämpfe zwecks einer Kooperation gegen iranische Vormachtambitionen und dem selbst ernannten „Islamischen Staat“ beizulegen.
Mitchell sagte:
„Allerdings wird der politische Wechsel nicht von heute auf morgen erfolgen und das Militärabkommen zwischen Ankara und Doha muss in einem noch umfassenderem Kampf um die Hegemonie und Führung in der Region kontextualisiert werden.“
Experte der Bilkent Universität in Ankara, Eyup Ersoy, räumte allerdings ein, dass das militärische Kooperationsabkommen für die Nachhaltigkeit der strategischen Beziehungen zwischen der Türkei und Katar zwingend notwendig sei:
„Mit der Unterzeichnung einer solchen Vereinbarung haben die Türkei und Katar den beiderseitigen Wunsch signalisiert, die bilaterale Ausrichtung zu einer provisorische Allianz auszubauen.“
Aussagen Ersoys zufolge gehe das Abkommen aus türkischer Perspektive mit zahlreichen gewichtigen Auswirkungen einher.
„Erstens, dank der Ausbildungskooperation haben die türkischen Streitkräfte die Grundlage für eine vielseitige Interaktion und kontinuierliche Zusammenarbeit mit ihrem katarischen Gegenüber gefunden“, so der türkische Militärexperte. „Zweitens, die rüstungsindustrielle Zusammenarbeit mit Katar ist für die türkische Waffenschmiede von zentraler Bedeutung, gewährt es doch den Exporteuren aus Anatolien Zugang zum lukrativen katarischen Markt.“
Darüber hinaus aber weiß Ersoy:
„Für die Entwicklungsstrategie der exportorientierten Rüstungsindustrie der Türkei ist es entscheidend, nachhaltige Wirtschaftspartnerschaften aufzubauen.“
Unter anderem bemerkte Ersoy auch, dass gemeinsame Militärübungen in und um Katar der Türkei eine legitime Militärpräsenz, zu Land und zu See, im Persischen Golf einräumen. Das weite das strategische Feld für Manöver der türkischen Armee in Nahost um ein Vielfaches aus.
Er betonte auch, dass das Recht zum Einsatz türkischer Streitkräfte auf katarischem Gebiet den geopolitischen Einfluss Ankaras nicht unbedingt nur militärisch erweitere. Es verringert darüber hinaus noch die Abhängigkeit der Türkei von anderen Akteuren bei Einsätzen, die die Arabische Welt umfassen oder perspektivisch gen Afrika zielen.
Der Wissenschaftler deutete aber auch an, dass das Abkommen angesichts der Spannungen zwischen Saudi Arabien und dem Iran keine besondere Bedeutung für die Schaffung der wichtiger denn je gewordenen regionalen Stabilität habe.
„Es ist als ein bilaterales Militärengagement keine diplomatische Initiative, die die Region einbindet. Mit anderen Worten: Das Abkommen wurde geschlossen, um die jeweiligen militärpolitischen Positionen von der Türkei und Katar gegenüber anderen regionalen Akteuren zu stärken. Sollte das Abkommen daher unvorsichtig angewendet werden, dann könnte dieses gar die regionale Instabilität fördern“, räumte Ersoy ein.
Brahim Saidi, Professor für Internationale Beziehungen an der Katar-Universität, dagegen ist anderer Meinung und sagte, dass das Militärabkommen das große Engagement der Türkei in der Region, wo sich bilaterale Beziehungen hin zur diplomatischen Koordinierung im Bereich der regionalen Sicherheit entwickeln, nochmals bestätige.
Saidi führte an:
„In der jüngeren Geschichte hat es nie engere Beziehungen zwischen Katar und der Türkei gegeben. Die Institutionalisierung der Kooperation beider Länder ist auf eine dieser zugrunde liegende enge Partnerschaft zurückzuführen.”
Darüber hinaus glaubt Saidi, dass die gemachten Erfahrungen zunehmend dann auch auf andere Golfstaaten ausgeweitet werden könnten. Das könnte wiederum mit dem Fakt einhergehen, dass die arabischen Monarchien dann Vertrauen in die Türkei als einem starken Alliierten setzen. Diese Entwicklung würde sich im Bereich der Sicherheits- und Verteidigungszusammenarbeit der Region signifikant niederschlagen.
„Am wichtigsten ist, dass es dem Abkommen zufolge beiden Seiten künftig erlaubt ist, zu Land, zu See und auch zu Luft zusammenzuarbeiten und diverse Gefahren gemeinsam anzugehen“, sagte der katarische Militärexperte. Saidi zufolge suche Katar in Übereinstimmung mit seiner Sicherheitsdoktrin grundsätzlich engere Beziehungen zu erfahrenen Streitkräften wie den türkischen.
Er fügte hinzu:
„Katar unterhält die zweitkleinste Armee im Golf-Kooperationsrat mit einer Stärke von kaum mehr als 12 400 Mann, inklusive Reservisten. Zudem hat das Land keine Absicht, zu einer dominierenden Militärmacht im Golf zu werden. Dennoch erhält modern ausgerüstetes, gut ausgebildetes und motiviertes Personal mit ausreichenden Fähigkeiten ein Minimum an Verteidigungsfähigkeit, um diese an den Grenzen zu Luft und zur See zu gewährleisten.“
Nichtsdestotrotz ist klar, dass sich die Fähigkeiten der Armee damit auch erschöpften. „Deshalb bleibt Katar nichts anderes übrig, als sich auf seine internationalen sowie regionalen Allianzen zu verlassen“, so Saidi. Das Abkommen mit der Türkei ist Teil einer außenpolitischen Strategie zur Implementierung pragmatischer Partnerschaften in der Region. Dabei gilt es diese möglichst zu diversifizieren.



