Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, unterzeichnen am heutigen Freitag in Berlin den Staatsvertrag zur Einrichtung einer jüdischen Militärseelsorge in der Bundeswehr, teilte der Zentralrat der Juden in Deutschland auf seiner Webseite mit.
In den kommenden Monaten werden laut der Verteidigungsministerin zunächst zehn Militärrabbiner ihren Dienst aufnehmen. Derzeit gebe es nur eine Seelsorge in der Bundeswehr. Über den Vertrag müsse noch der Bundestag abstimmen.
Der Sitz des Militärrabbinats soll in Berlin sein. Die fachliche Aufsicht der Geistlichen soll beim Zentralrat liegen, die Dienstaufsicht – bei der Bundeswehr. Die Rabbiner sollen für jüdische Soldatinnen und Soldaten Beistand im In- und Ausland leisten. Die Zahl der Soldaten jüdischen Glaubens schätzt das Verteidigungsministerium derzeit auf rund 300.
„Nach rund 100 Jahren werden wir wieder jüdische Militärrabbiner in der Bundeswehr einrichten. Ein klares Bekenntnis: Jüdisches Leben ist selbstverständlich in unserem Land“, erklärte die CDU-Politikerin.
Schuster sprach von einem „historischen Tag“ in der Beziehung zwischen den Juden und dem deutschen Militär. Denn die jüdischen Soldaten sowie Militärrabbiner wurden 1933 aus der Wehrmacht ausgeschlossen. Heute sehe die jüdische Gemeinschaft die Armee als selbstverständlichen Teil der Demokratie.
aa/mt/dpa



