StartPolitikEuropaThilo Sarrazin aus SPD ausgeschlossen

Thilo Sarrazin aus SPD ausgeschlossen

Das Landesschiedsgericht der Berliner SPD hat den früheren Finanzsenator Thilo Sarrazin aus der Partei ausgeschlossen, teilt am Donnerstag die österreichische APA mit.

Demnach fiel die Entscheidung nach Informationen aus Parteikreisen am Mittwochabend. Eine besondere Rolle hat Sarrazins jüngstes Buch „Feindliche Übernahme“ sowie der Auftritt auf einer Veranstaltung der FPÖ im Europawahlkampf gespielt, hieß es.

Zuvor war berichtet worden, dass Sarrazin davon ausgehe, sein von der SPD-Spitze wegen umstrittener Thesen zum Islam betriebener Rauswurf aus der Partei würde scheitern. „Ich habe wissenschaftliche Sachbücher geschrieben“, sagte der 74-Jährige am 10. Januar der dpa anlässlich einer Berufungsverhandlung eines Parteigerichts in Berlin. Bisher habe niemand aus der SPD-Führung belegen können, was daran sachlich falsch sei.

„Ich lasse mir meinen Ruf als Sachbuchautor nicht kaputtmachen“, zitierte die Deutsche Presse-Agentur Sarrazin.

In erster Instanz war das Gericht des SPD-Kreisverbandes im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, in dem Sarrazin Mitglied ist, dem Antrag der SPD-Spitze gefolgt. Seine Thesen seien rassistisch und hätten der Partei schweren Schaden zugefügt. Sarrazin wies das zurück und legte Berufung ein.

Sarrazin ist vor allem wegen migrationskritischer Äußerungen in seinen Büchern umstritten. So sprach er mit Blick auf muslimische Zuwanderer schon 2009 von Menschen, „die ständig neue Kopftuchmädchen produzieren“. 2018 schrieb er, die „religiös gefärbte kulturelle Andersartigkeit der Mehrheit der Muslime“ und deren steigende Geburtenzahlen gefährdeten die offene Gesellschaft, Demokratie und den Wohlstand hierzulande. Integration sei kaum möglich.

ai/dpa

Quelle!:

Empfohlene Artikel
- Advertisment - Beschreibung des Bildes