Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Mittwochnachmittag den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder im Kreml empfangen. Zuvor hatte sich Söder mit dem Oberbürgermeister Moskaus, Sergej Sobjanin, getroffen und an der Kranzniederlegung zum Grabmal des unbekannten Soldaten teilgenommen.
Auf dem Treffen hat Putin vor allem die Aktivität der bayerischen Unternehmen in Russland hervorgehoben. Dabei sagte er zu Söder: „Bayern hatte schon immer gute Beziehungen zu Moskau. Ich muss feststellen, dass ich schon immer sehr gute und kameradschaftliche sowie geschäftliche Beziehungen zu Ihren Vorgängern hatte. Und das ist kein Zufall.“
Ferner betonte Putin, dass bayerische Firmen seit 1995 in Russland sehr aktiv vertreten seien.
„Es genügt zu sagen, dass meines Erachtens jedes fünfte in Russland tätige deutsche Unternehmen bayerischen Ursprungs ist und mehr als die Hälfte aller deutschen Großinvestitionen in die russische Wirtschaft von den in Bayern registrierten Unternehmen getätigt wird“, fügte der russische Präsident hinzu.
Der bayerische Ministerpräsident versicherte seinerseits Putin, dass Bayern an der Entwicklung der wirtschaftlichen Beziehungen mit Russland sehr interessiert sei.
Es sei sehr wichtig für ihn, denn man sei ein sehr mächtiges Land, das nach wie vor wirtschaftlich mächtigste Bundesland in Deutschland.
Auch investiere Bayern tatsächlich viel in die russische Wirtschaft, so Söder. Ferner äußerte Söder den Wunsch, auch die wissenschaftliche Partnerschaft mit Russland zu entwickeln. Man könne grundsätzlich sagen, dass die deutsche und die bayerische Wirtschaft bereit seien, noch mehr zu tun, so der Ministerpräsident. Deshalb sei es für die Bayern sehr wichtig, dass die bestehenden Beziehungen, die bereits gut seien, noch verbessert werden.
Auf der russischen Seite nahmen der Helfer des Präsidenten, Juri Uschakow, der Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Maxim Reschetnikow, der Moskauer Oberbürgermeister Sergej Sobjanin und der Vorstandsvorsitzende von „Rosneft“, Igor Setschin, am Treffen teil. Söder wurde auf seiner Russland-Reise vom Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, und Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) begleitet. Herrmann sowie der deutsche Botschafter in Moskau, Géza Andreas von Geyr, haben Söder ebenfalls zum Treffen mit Putin begleitet.

Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. Von links nach rechts: Der Moskauer Oberbürgermeister Sergej Sobjanin, Helfer des Präsidenten der Russischen Föderation Juri Uschakow. Rechts von Putin: Russlands Minister für die wirtschaftliche Entwicklung Maxim Reschetnikow.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bei einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.
Inzwischen teilte Söder gegenüber den Journalisten mit, den Moskauer Oberbürgermeister Sobjanin zum Oktoberfest einladen zu wollen.
„Ich hoffe, es wird ihm da gefallen. Wir haben bereits Bier geschenkt“, so der bayerische Ministerpräsident auf dem Treffen mit Putin.
Sputnik hatte zuvor berichtet, dass Söder und Sobjanin eine gemeinsame Kooperationserklärung unterzeichnet haben. Man hoffe dadurch auf einen Schub für die engeren Beziehungen von Moskau und Bayern in der Wirtschaft sowie im sozialen Bereich und in der Kultur, so der Moskauer Oberbürgermeister. Er erinnerte daran, dass die Moskauer Kliniken mit Technik aus Deutschland ausgestattet seien. Im Verkehr werden Elektrozüge auf Siemens-Plattform eingesetzt.
Söder sagte seinerseits, dass er zum vierten Mal in der russischen Hauptstadt zu Besuch sei, und stellte fest, dass Moskau sich sehr verändert und entwickelt habe. Bayern habe seit langem traditionell gute Beziehungen zu Moskau gepflegt. Trotz der allgemeinen politischen Situation hätten Bayern und Moskau immer sehr gut zusammengearbeitet. Viele deutsche Unternehmen mit Hauptsitz in München wie Siemens, BMW, Allianz, MAN oder Linde sind geschäftlich gesehen tatsächlich sehr eng mit Russland verbunden.
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