Der Oberbürgermeister von Budapest, Gergely Karacsony, hat das Rathaus der Stadt teilweise für Obdachlose geöffnet, die sich aufgrund der Corona-Pandemie freiwillig in Quarantäne begeben wollen. Dies teilte Karacsony in seinem Facebook-Account mit.
Ursprünglich hätte die Quarantäne-Station in einem leerstehenden Schulgebäude im Randbezirk Csepel eingerichtet werden sollen. Doch eine Unterschriften- und Plakat-Kampagne des Bezirksbürgermeisters Lenard Borbely aus der rechtsnationalen Regierungspartei Fidesz, die gegen die Obdachlosen gerichtet war, hatte die Umsetzung des Plans von Karacsony unmöglich gemacht.
„Die Führung der Hauptstadt schützt jene Budapester, die am verwundbarsten sind, nicht nur vor der Pandemie, sondern auch vor den schäbigen Hetzkampagnen der Fidesz-Politiker“, schrieb Karacsony.
Laut dem Budapester Oberbürgermeister werde nun ein Flügel des Rathauses den Obdachlosen zur Verfügung gestellt, die dort auch versorgt würden.
Budapest ist nicht die erste Metropole, die ihr Rathaus für Obdachlose öffnet. Im vergangenen November hatte die sozialistische Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo zwei prunkvolle Säle des Hôtel de Ville Obdachlosen angeboten, um dort den Winter zu überdauern.
Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität zählt man in Ungarn momentan 3.035 Ansteckungsfälle. Davon sind bisher 351 Patienten gestorben.
ac/mt/dpa



