Nach dem Großbrand im Flüchtlingslager auf Lesbos haben Berlin und Paris offenbar vor, zusammen mit anderen EU-Ländern minderjährige Flüchtlinge von der Insel aufzunehmen. Dies melden Nachrichtenagenturen am Donnerstag.
DPA-Angaben zufolge handelt es sich um die Aufnahme von 400 unbegleiteten Kindern. Die Zahl gelte für alle teilnehmenden Länder. Wie viele davon Deutschland übernehmen würde, habe am Donnerstag zunächst aber nicht festgestanden.
Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis habe sie um diesen Schritt gebeten, sagte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag laut Reuters bei einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin. Die Bundesregierung werde nun versuchen, andere EU-Staaten davon zu überzeugen, sich daran zu beteiligen.
Deutschland hat bereits mehr als 460 unbegleitete Kinder, kranke Kinder und ihre Angehörigen aus den Flüchtlingslagern von den Inseln aufgenommen. Weitere Aufnahmen kranker Kinder sind bereits in Vorbereitung.
Die nun zwischen Merkel und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron zugesagte Aufnahme unbegleiteter Minderjähriger, die von den griechischen Behörden nun auf das Festland gebracht wurden, soll laut DPA-Informationen unabhängig davon stattfinden.
Brand im Flüchtlingslager Moria
In dem überfüllten Flüchtlingscamp auf der griechischen Insel Lesbos war es zu einem Großbrand gekommen, weswegen es nahezu vollständig zerstört wurde. Die griechische Regierung geht von Brandstiftung aus.
Bei dem Brand des Lagers hatten rund 13.000 Menschen ihre Unterkunft verloren, darunter etwa 400 unbegleitete Minderjährige.
Am Mittwoch fand in Berlin eine Demonstration zur Unterstützung der Flüchtlinge aus dem Lager Moria statt. Die Demonstranten forderten die dringende Evakuierung der Menschen aus dem Lager.
mo/mt/dpa/rtr



