Chemie ist überall, an jeder Ecke in jeder Rundung unseres Alltags. Egal, ob wir dick, dünn, schlau, anders begabt, arm oder reich sind: Chemie beherrscht uns in jedem Lebensabschnitt, verfolgt uns auf Schritt und Tritt.
Doch was kann Chemie alles? Wieso ist es eigentlich in jedem Winkel unseres Alltags?
Chemie ist letztendlich einfach nur ein Wort für die Funktionalität des Zusammenspiels verschiedener Atome und Stoffe. Man muss kein Chemie-Professor sein, um zu wissen, dass es ein enorm wichtiger Wissenschaftszweig ist, der uns sowohl in Sachen Wissen, als auch in Sachen Ökonomie enorm weiterbringt.
Ja sogar in Sachen Ökologie bringt Chemie die Menschen weiter, hilft ihnen, sich zu entwickeln. So ist auch der Klimawandel teilweise ein chemischer Prozess, weswegen Greta Thunberg bei den Politikern regelmäßig nicht nur um unsere klimatische Zukunft, sondern auch um die Chemie kämpft. Denn die Chemie kann noch so präsent sein, noch so viel entscheiden können: Sie wird immer wieder geleugnet, mit einem „Ne, glaub ich nicht“ abgetan. Es scheint irrelevant, ob es faktisch bewiesen ist oder ob es plump daher geredet ist. Passt es in das grundsätzliche Weltbild, ist es wahr. Passt es dort nicht hinein, ist es gelogen oder mal wieder eine böse Verschwörung der Politik, der Echsenmenschen oder von Bill Gates. Es ist haarsträubend teilweise und für Chemie-Experten wahrscheinlich enorm frustrierend.
Aber worin ist die Chemie denn jetzt immer wiederzufinden, innerhalb unseres Alltags. Sofern sich dieser pauschalisieren lässt.
1. Getränke. Wir Menschen brauchen Flüssigkeit, das ist ein Fakt. Und da wir mittlerweile enorm verwöhnt sind, „brauchen“ wir Flüssigkeit mit Geschmack. Deswegen gehen wir ins Internet, suchen nach den schönsten Anzeigen von Google Adwords, einfach nur, um an die nächste Cola oder Sprite zu kommen. Auch das ist eigentlich haarsträubend. Nach was wir da suchen, ist nämlich etwas, was uns gnadenlos zu dick macht. Es ist Chemie, Chemie, aus der Lebensmittelindustrie. Chemie, die uns dazu animieren soll – und es auch ganz gut schafft – mehr von den Getränken mit dem riesigen Gewinn für die Hersteller zu uns zu nehmen. Insbesondere bei Kindern sind diese Art von Getränken enorm beliebt und auf nahezu jedem einzelnen Kindergeburtstag zu finden. Außer natürlich bei den Öko-Eltern in balinesischer Touristentracht. Da gibts dasselbe Zeug mit einem anderen Etikett, auf dem sieben bis acht Mal „bio“ draufsteht. Aber wir schweifen ab. Denn besagte süße Getränke sind extrem schädlich, vor allem, wenn man sehr viel davon trinkt, vor allem, wenn man noch ein Kind ist. Dann verstopft der Zucker schonmal vorsorglich die Arterien, macht die Kinder völlig hyperaktiv und sorgt für Unaufmerksamkeit sowie am schlimmsten bei Kindern: Fettleibigkeit. Diese hemmt Kinder darin, sportlichen Aktivitäten nachzugehen, sorgt so für weniger Zugehörigkeitsgefühl und für Unbeweglichkeit, was für den Rücken beispielsweise ein großes Problem im Alter werden kann. Die Chemie, die das Wasser zur Fanta macht, ist also eigentlich gar nicht mal so sinnvoll. Ganz im Gegensatz zum nächsten Teilbereich der chemischen Sachen im Alltag.
2. Medikamente. Sie helfen uns durch den kleinen Sommerschnupfen, päppeln uns langsam nach der Grippe wieder auf oder sorgen für ein bisschen weniger Schmerzen bei einem offenen Bruch. Und fehlt mal ein Medikament, wie zum Beispiel bei einem neuartigen Virus, das zur weltweiten Pandemie wird, ist der Schrei nach der (hoffentlich) bevorstehenden Neuentwicklung natürlich groß. Dann soll die Chemie es auf einmal wieder richten. Dann soll die Chemie schnell schnell die nötige Lösung bieten, nachdem sie davor jahrelang als illuminatischer Humbug abgetan wurde, nicht ernst genommen wurde. Aber diese chemischen Medikamente sind ja auch so praktisch. Man mischt die verschiedensten Stoffe zusammen und hat am Ende etwas, das wie aus Zauberhand dafür sorgt, dass die Erkältung in Windeseile den Rückzug antritt. Oder man nimmt eine bestimmte Tablette vier Tage lang ein und auf einmal geht es einem wieder komplett gut, man fühlt sich nicht mehr ganz so bereit für das Hospiz. Und das ist kein geschmackloser Witz, sondern in erster Linie eine hervorragende Überleitung. Im Hospiz nämlich, ist die Chemie mit am wichtigsten. Hier lindert sie die Schmerzen der Patienten bis zum Ende ihres Lebens enorm, sorgt dafür, dass wenigstens noch einige wenige schöne Augenblicke bleiben und die Patienten nicht einfach so mir nichts, dir nichts abtreten müssen.
Chemie ist also auf eine gewisse Art und Weise das Elixier des Lebens. Zumindest in Teilbereichen. Wird aber Schindluder damit getrieben, können extrem gefährliche Dinge dabei herauskommen. Groß gedacht: Atombomben zum Beispiel. Nichts Schönes, ganz im Gegenteil. Es ist eine der mächtigsten unsere Spezies auszurottende Waffe. Atombomben sind allerdings zum größten Teil ein physikalisches Wunderwerk des Grauens, die Chemie spielt da eher so eine Nebenrolle.
Bei Gift oder gar Drogen aber, spielt die Chemie die tragische Hauptrolle. Aus ihr lassen sich teuflische Mixturen herstellen, an denen jährlich Tausende zugrunde gehen, in denen sich gute Menschen so sehr verlieren, dass sie sich damit umbringen.
Oder das Gift. Die Giftmorde der Vergangenheit: alles waren es chemische Prozesse.
Es gilt also: Chemie bereichert das Menschenleben enorm, kann es aber auch völlig zerstören.



