Die Europäische Union instrumentalisiert die Anerkennung der russischen Impfstoffe für politische Zwecke, erklärte der russische EU-Botschafter Wladimir Tschischow gegenüber der Zeitung „Iswestija“ am Mittwoch. Damit reagierte er auf die Aussagen des deutschen Außenministers Heiko Maas, der ähnliche Vorwürfe gegen Moskau erhoben hatte.„Die Frage mit den russischen Impfstoffen wird gerade hier, in der Europäischen Union, politisiert, und nicht bei uns. So wie alles politisiert wird, was mit Russland zu tun hat“, betonte der Diplomat.„Statt Zusammenarbeit und Zusammenschluss der Weltgemeinschaft haben wir eine Art Wettkampf der Impfstoffe und eine offensichtliche Instrumentalisierung für politische Zwecke. Ich betone: nicht von unserer Seite.“Laut Tschischow ist es nicht ausgeschlossen, dass dahinter eine pharmakologische Lobby stehe. Russland biete im Unterschied zu den anderen Herstellungsländern nicht nur ein fertiges Vakzin, sondern auch seine Herstellungstechnologie für diejenigen, die den Herstellungsprozess organisieren können. Heute würden die einheimischen Präparate nicht nur in Russland, sondern auch in den anderen Ländern hergestellt.„Es ist klar, dass es außer der Instrumentalisierung für politische Zwecke auch ein kommerzielles Interesse seitens der pharmakologischen und pharmazeutischen Kolosse gibt, deren Einfluss auf die Weltwirtschaft während des letzten Jahrzehnts riesengroß geworden ist“, betonte Tschischow.
Maas hatte zuvor die „Impfstoffdiplomatie“ von China und Russland heftig kritisiert. Bei dem G20-Treffen Ende Juni warnte er die beiden Länder davor, die Verteilung von Corona-Impfstoffen für den Ausbau ihres Einflusses in der Welt zu nutzen. Man müsse Staaten wie China und Russland klar machen, „dass wir von deren ‚Impfstoffdiplomatie‘ nichts halten“, erklärte er.



