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„Jeden Platz in jeder Maschine“ zur Evakuierung nutzen – Baerbock besorgt über Lage in Afghanistan

Wegen der angespannten Situation in Afghanistan hat die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock die Bundesregierung kritisiert und ihr vorgeworfen, ihr Versprechen gegenüber Afghanen nicht eingehalten zu haben.Deutschland hat ihr zufolge den afghanischen Bürgern, die für Deutschland und seine Einrichtungen gearbeitet haben, versprochen, im Falle eines Abzugs für ihre Sicherheit zu sorgen.„Mitzuerleben, dass die deutsche Bundesregierung dieses Versprechen gebrochen hat, ist für mich kaum zu ertragen“, sagte Baerbock am Dienstag in Bamberg.Die Beteuerung, die Situation sei nicht vorhersehbar gewesen, stimme nicht. Laut der Politikerin muss jetzt „jeder Platz in jeder Maschine“ dafür genutzt werden, Menschen in Sicherheit zu bringen. „Es geht um Leben und Tod in Afghanistan“, betonte sie.

Die Taliban* hatten am Sonntag die Hauptstadt Kabul erreicht. Die radikalgesinnten Kämpfer sind seit dem Abzug der Nato-Truppen aus Afghanistan landesweit auf dem Vormarsch. Die afghanische Regierung hat sich zur Machtübergabe bereiterklärt, Präsident Aschraf Ghani floh ins Ausland und gestand in einer Facebook-Botschaft die Niederlage gegen die Taliban ein.Die USA, Deutschland und weitere westliche Staaten haben ihre Botschaften in Kabul übereilt geräumt und das Botschaftspersonal hastig evakuiert.

*Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Belarus) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.

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