Nach 27 Tagen ohne Nahrung haben sechs Klima-Aktivisten ihren Hungerstreik vor dem Kanzleramt in Berlin beendet. Einer der Streikenden hat sich nun von der Intensivstation gemeldet – in den letzten sieben Stunden verweigerte er sogar die Flüssigkeitsaufnahme.Am Samstag hatte sich die Situation zugespitzt. Nach wochenlangem Protest verschärfte Henning Jeschke seinen Streik und verkündete, er verzichte auch auf Flüssigkeit. Ein Telefonat mit Olaf Scholz brachte dem Hungerstreik dann ein Ende. Der SPD-Kanzlerkandidat sicherte ein öffentliches Gespräch über den Klimanotstand innerhalb von vier Wochen zu.
„Lebensbedrohlich niedriger Puls“
Danach war jedoch der ausgehungerte Jeschke in der Notaufnahme der Berliner Charité aufgenommen und dann umgehend auf eine kardiologische Station verlegt worden.
Bereits während des Streiks warnten Ärzte, der 21-Jährige habe einen „lebensbedrohlich niedriger Puls“, teilte die Organisation „Hungerstreik der letzten Generation“ mit.
Jeschke selbst äußerte sich auf Twitter am Montag optimistisch: „Mein Herz schlägt sehr langsam – wegen heruntergefahrenem Kreislauf. Aber es schlägt, rhythmisch und mit jedem Aufbautag wieder schneller.“
Hungerstreik der letzten Generation @hungerstreik21·27. Sep. 2021
Team trockener #Hungerstreik: Henning muss heute die 3. Nacht im Krankenhaus verbringen. Sein Herz ist sehr schwach und er wird ärztlicher beobachtet. Es ist krass was für Mittel notwendig sind, damit Politiker:innen auch nur ein kleines Stück von dem mörderischen Kurs abweichen
Henning Jeschke – isst wieder@hinschauHen
Mein Herz schlägt sehr langsam – wegen heruntergefahrenem Kreislauf. Aber es schlägt, rythmisch und mit jedem Aufbautag wieder schneller.
„Das Leben geht vor“
Olaf Scholz äußerte sich bereits am Samstag erleichtert, dass die Streikenden wieder essen und trinken würden.„Ich bin froh, dass die Streikenden abbrechen und wieder trinken und essen“, twitterte Scholz. „Das Leben geht vor. Ich stehe zu meinem Gesprächsangebot nach der Wahl, daran werde ich mich halten.“Jeschke wertete das Gesprächsangebot als Erfolg. Dennoch gebe es „immer noch keine Änderung daran, dass unser Kurs ein absolut hirnrissig Selbstmörderischer ist, der viele viele Menschen unverschuldet verrecken lässt“, so der 21-Jährige auf Twitter. Er wolle in den nächsten Tagen weitere Schritte des Widerstandes planen.



