Die britische Außenministerin Liz Truss hat in einem Gastbeitrag für die Zeitung „Sunday Telegraph“ die europäischen Länder dazu aufgerufen, sich gegen die Inbetriebnahme der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 zu vereinen.„Ich will, dass sich uns unsere Freunde in ganz Europa anschließen. Das bedeutet, dass wir zusammenstehen und uns zum Beispiel gegen den Bau der Pipeline Nord Stream 2 wehren“, schrieb die Ministerin im Gastbeitrag.
Truss ist der Ansicht, dass die Pipeline die europäische Sicherheit zu untergraben drohe, indem sie es Russland ermögliche, seinen Einfluss auf die Länder, die auf sein Gas angewiesen seien, zu stärken.
Laut der Ministerin soll die Pandemie als Mahnung dafür dienen, wie wichtig es sei, über vielfältige Lieferketten zu verfügen, um eine strategische Abhängigkeit von unzuverlässigen Partnern zu vermeiden.Am Freitag hatte der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow in Zusammenhang mit den Äußerungen des weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko, der die Gasabstellung über die Jamal-Europa-Gasleitung in Aussicht stellte, deutlich gemacht, dass Russland seinen vertraglichen Verpflichtungen gegenüber Nord Stream 2 nachkommen werde.
Kreml für jüngste Migrantenkrise verantwortlich
Des Weiteren ging die Ministerin auf die jetzige Situation an der polnisch-belarussischen Grenze ein. Truss sieht den Kreml in „einer klaren Verantwortung“ dafür, was die Ministerin als „den jüngsten Schritt des Lukaschenko-Regimes, die regionale Sicherheit zu untergraben“, bezeichnete.Nach ihren Worten muss Russland die belarussischen Behörden dazu drängen, die Krise zu beenden und in einen Dialog einzutreten. Zugleich werde Großbritannien mit seinen Partnern die Kräfte bündeln, um gemeinsame Interessen durchzusetzen, so Truss.
Die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 ist im September fertiggestellt und seitdem ersten Betriebstests unterzogen worden. Der Betreiber der Pipeline, die Nord Stream 2 AG, versucht derzeit, eine Zertifizierung als unabhängiger Netzbetreiber durchzusetzen.Sollte die EU-Kommission der Zertifizierung des Unternehmens zustimmen, können jährlich bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas über die russisch-europäische Pipeline aus Russland nach Deutschland auch zur Weiterleitung in andere EU-Staaten geliefert werden.



