Ein 63-jähriger Franzose hält die umstrittenen Äußerungen des französischen Präsidenten in Bezug auf die Impfgegner für diskriminierend und beleidigend. Aus Protest hat er deshalb eine Klage gegen Emmanuel Macron eingereicht. Darüber berichtet die französische Zeitung „Le Figaro“ am Samstagsabend.In einem Interview mit der Zeitung „Le Parisien“ am Dienstag hatte Macron den Impfgegnern vorgeworfen, die Grundlagen der Nation zu untergraben. „Wenn meine Freiheit die der anderen bedroht, dann werde ich unverantwortlich. Ein Unverantwortlicher ist kein Bürger mehr“, sagte der französische Präsident.
Didier Lalande, ein Rentner aus der Gemeinde Rosiers-d’Egletons in der Region Corrèze, der nicht gegen Corona geimpft ist, fühlte sich wegen dieses Interviews „schockiert und verletzt“. Dementsprechend reichte Lalande am Mittwoch nach eigenen Angaben eine Klage wegen „Diffamierung und öffentlicher Bedrohung durch eine Autoritätsperson“ ein. Dabei geht es aber vielmehr um eine „symbolische“ Geste, weil Macron durch seine Präsidentenimmunität geschützt ist.„Mir werden Einschränkungen auferlegt, die ich respektiere“, aber „ich finde es unzumutbar, die Staatsbürgerschaft der Ungeimpften in Frage zu stellen“, wird der Kläger in der Zeitung zitiert.Die Äußerungen des Staatschefs hatten auch in politischen Kreisen für Wirbel gesorgt. Die rechtspopulistische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen verwies auf eine „absolut präzedenzlose Gewalt und Vulgarität“ der Präsidentensprache. Macron organisiere „eine Art Krieg gegen einen Teil der Franzosen, die kein Gesetz gebrochen haben“, so Le Pen.



