StartPolitikFranzösischer Wortschatz im Umbruch

Französischer Wortschatz im Umbruch

Die Chronik Guillaume Tronsons (1649) im Spiegel der Lexikologie

Paris im Aufruhr: Während der Fronde verteidigen Bürgermilizen die belagerte Hauptstadt gegen königstreue Truppen. Die Wortschatzstudie „Au Mazarin! Die Bürgerkriegschronik des Guillaume Tronson (Paris, 1649) und ihre Bedeutung für die Sprache der ausgehenden französischen Vorklassik (1500-1650)“, erschienen im Oktober 2026 bei GRIN, erschließt die Chronik des Oberstleutnants Guillaume Tronson erstmals umfassend für die Sprachgeschichte. Fast zweihundert Erstbelege eröffnen neue Einblicke in Sprache und Alltag des 17. Jahrhunderts.

Die Chronik des Oberstleutnants Guillaume Tronson (Paris, 1649) ist sprachhistorisch ein ausgesprochen ergiebiges Dokument. Die Hauptstadt befindet sich zu diesem Zeitpunkt in vollem Aufruhr und Bürgermilizen schützen die Vororte der belagerten Stadt gegen die Angriffe der Königstreuen, wobei das Pariser Parlament mit der Verteidigung und Versorgung der Stadt beauftragt ist. Die in der Ich-Perspektive angelegte Chronik behandelt die ersten Monate des Jahres 1649, einem entscheidenden Moment der Fronde (1648-1653), und gewährt bewegende und ungeschönte Einblicke in die Stimmung und den Alltag der belagerten Bewohner und den im Einsatz befindlichen Bürgerwehren. Den Herausgebern des Tagebuches, das im Jahre 2006 als kritische Textausgabe erschien, ist das hohe sprachgeschichtliche Potenzial dieses Textes bedauerlicherweise entgangen.

Fast zweihundert Erstbelege aus dem Jahr 1649

Die hier vorliegende lexikalische Studie verschafft erstmals Abhilfe. Dank des Französischen Etymologischen Wörterbuches (FEW) wird der hohe Erkenntniswert der Quelle deutlich, darunter fast zweihundert Erstbelege. Auch die Fachsprachen, besonders Wehrwesen, Festungswesen, Verwaltung und Recht werden ausführlich behandelt. Die zahlreichen Lehnwörter besonders italienischen Ursprungs finden ebenso eine besondere Berücksichtigung. Damit leistet diese Studie einen wichtigen Beitrag zur historischen Lexikografie und zur Erforschung des Französischen im 17. Jahrhundert. Vor allem für Frankoromanisten, Italianisten, Philologen, aber auch militär- und sprachhistorisch interessierte Leser ist die Wortschatzstudie ein interessanter Beitrag mit zahlreichen Neuerkenntnissen.

Über den Autor

Volker Mecking ist Philologe und Professor an der Katholischen Universität Lyon (CONFLUENCE, Sciences et Humanités, EA1598) und forscht im Bereich des französischen Wortschatzes des ausgehenden 16. Jahrhunderts. Nach seinen Monographien über Philippe Le Picard (ca. 1580) und Rene de Lucinge (1593 bzw. 1601) ist er seit 2011 an den insgesamt acht kritischen Textausgaben des Journal du règne de Henri IV (1589-1611) von Pierre de L’Estoile beteiligt, von denen bisher fünf erschienen sind (Textes littéraires français 609, 630, 640, 654, 660, Genf, Droz).

Die Publikation ist im Oktober 2026 im GRIN Verlag erschienen (ISBN 978-3-389-20890-8).

Direktlink zur Veröffentlichung: https://www.grin.com/document/1772189

Kostenlose Rezensionsexemplare sind direkt über den Verlag unter [email protected] zu beziehen.

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