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Berufung: Warum ein neuer Anwalt Chancen erkennen kann

Ein neuer Anwalt kann bislang übersehene Fehler und Berufungschancen erkennen – warum sich ein Wechsel direkt nach der ersten Instanz lohnen kann.

Wer einen Zivilprozess in erster Instanz verloren hat, steht vor einer wichtigen Entscheidung: Soll der bisherige Rechtsanwalt auch die Berufung übernehmen oder ist es sinnvoller, einen neuen Anwalt einzuschalten? Gerade nach einem verlorenen Verfahren kann ein Anwaltswechsel neue Perspektiven eröffnen. Denn ein Rechtsanwalt, der den Fall erstmals prüft, betrachtet nicht nur das Urteil, sondern die gesamte bisherige Prozessführung mit einem unabhängigen Blick.

Ein neuer Blick auf die Akte kann entscheidend sein

Im Laufe eines Gerichtsverfahrens entwickelt sich eine bestimmte Argumentationslinie. Der bisherige Anwalt hat den Sachverhalt rechtlich eingeordnet, Schwerpunkte gesetzt und entschieden, welche Tatsachen und Beweismittel besonders wichtig sind. Diese Vorgehensweise wird häufig auch nach einem negativen Urteil fortgesetzt.

Ein neuer Rechtsanwalt ist dagegen nicht an die bisherige rechtliche Bewertung gebunden. Er kann die Angelegenheit von Grund auf prüfen und dabei andere Schwerpunkte setzen. Möglicherweise wurden entscheidende Tatsachen nicht ausreichend herausgearbeitet, Beweisangebote nicht konsequent verfolgt oder rechtliche Argumente übersehen. Auch Fehler des Gerichts bei der Beweiswürdigung oder der Anwendung des Rechts können bei einer erneuten, unabhängigen Prüfung sichtbar werden.

Gerade darin liegt ein wesentlicher Vorteil eines Anwaltswechsels: Es geht nicht darum, die bisherige Prozessführung lediglich fortzusetzen, sondern zunächst kritisch zu hinterfragen, weshalb der Prozess verloren wurde und welche Möglichkeiten für eine erfolgreiche Berufung tatsächlich bestehen.

Warum der Wechsel möglichst früh erfolgen sollte

Wer einen neuen Rechtsanwalt mit der Berufung beauftragen möchte, sollte dies möglichst bereits nach Erhalt des erstinstanzlichen Urteils tun. So kann der neue Anwalt die vollständige Gerichtsakte prüfen, bevor die weitere Prozessstrategie festgelegt wird.

Dabei kommt es nicht allein darauf an, ob das Urteil rechtlich falsch erscheint. Eine Berufung muss konkrete Rechtsfehler oder erhebliche Zweifel an den entscheidungserheblichen Tatsachenfeststellungen aufzeigen. Neue Tatsachen und Beweismittel sind zudem nur unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen zulässig (§§ 529, 531 ZPO).

Ein frühzeitiger Anwaltswechsel ermöglicht es deshalb, die Berufung von Anfang an auf die Gesichtspunkte auszurichten, die für eine Überprüfung des Urteils tatsächlich relevant sind. Wer dagegen erst nach Fertigstellung der Berufungsbegründung einen anderen Anwalt einschaltet, hat möglicherweise weniger Spielraum für eine grundlegende Neubewertung.

Nicht erst handeln, wenn die Frist abläuft

Im Zivilprozess muss die Berufung grundsätzlich innerhalb eines Monats nach Zustellung des vollständigen Urteils eingelegt werden. Für die Berufungsbegründung gilt grundsätzlich eine Frist von zwei Monaten (§§ 517, 520 ZPO). Ein Anwaltswechsel verlängert diese Fristen nicht. Steht ihr Ablauf bevor, muss schnell gehandelt werden.

Ein verlorener Prozess bedeutet nicht zwangsläufig, dass die rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Ebenso wenig ist eine Berufung allein deshalb erfolgversprechend, weil ein anderer Anwalt sie übernimmt. Eine unabhängige Prüfung kann jedoch aufzeigen, ob bislang ungenutzte rechtliche Ansatzpunkte bestehen.

Die Kanzlei Ginter Schiering Rechtsanwälte in Hamm bietet die unabhängige Prüfung erstinstanzlicher Zivilurteile und die Übernahme von Berufungsverfahren an. Rechtsanwalt L. Ginter, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, prüft dabei auch, ob ein Wechsel der anwaltlichen Vertretung für das weitere Verfahren sinnvoll ist.

Rechtsanwaltskanzlei Ginter Schiering Rechtsanwälte Partnerschaft mbB in Hamm
Immobilienrecht, Autorecht, Vertragsrecht, Wirtschaftsrecht, Bankrecht, Schadensersatzrecht, Strafrecht, Datenschutzrecht
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Bankrecht und Kapitalmarktrecht Leonid Ginter
Rechtsanwalt und Strafverteidiger Nils Schiering
Bundesweite Vertretung und Strafverteidigung

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