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Noch schlimmer als Obama – Russische Presse

Dass die Vereinigten Staaten längst schon über ihre Verhältnisse leben, ist bekannt. Doch drohen Trumps Wahlversprechen zusätzlich, das ohnehin fragile Finanzsystem des Landes zu ruinieren. Das beste Beispiel dafür: Washingtons Rüstungsetat für 2018.
„Noch schlimmer als Obama“, titelt  die russische Zeitschrift „Expert“ und verweist darauf, dass der jetzige US-Präsident mit dem neuen Rüstungsbudget alle bisherigen Rekorde breche: 692 Milliarden US-Dollar werden die Vereinigten Staaten im kommenden Jahr für ihre Streitkräfte ausgeben, rund 66 Milliarden davon allein für Auslandseinsätze.

Bei der Unterzeichnung des Finanzplans verkündete Trump laut dem Blatt nicht ohne Stolz: Der neue Haushalt sehe erstmals seit sieben Jahren eine Erhöhung der Truppenstärke vor – und zum ersten Mal seit acht Jahren eine Steigerung des Soldatensolds.

Ein nicht kleiner Teil des Etats – 4,6 Milliarden Dollar – wird indes in Osteuropa ausgegeben, für die Abwehr der „russischen Gefahr“. 350 Millionen gehen als Militärhilfe an die Ukraine. Wobei Kiew vorerst sicherlich nur 175 Millionen bekommt, wie das Blatt schreibt. Den Rest erhalten die Kiewer Machthaber erst nach der „Umsetzung der Reformen“ – wenn man in der Ukraine die US-Gelder nicht mehr veruntreut.

Derweil bedeutet das neue Budget eine gute Nachricht für Nordkorea, so das Blatt: 4,4 Milliarden Dollar wollen die USA demnach 2018 für ein System zur Raketenabwehr ausgeben, welches größtenteils auf der US-Westküste stationiert werden soll. Solch eine beträchtliche Investition in den Schutz gegen nordkoreanische Raketen heißt eben auch, so die Zeitschrift, dass die Vereinigten Staaten für die nächste Zeit keinen Angriff auf Nordkorea planen.

Es könnte nun der Eindruck entstehen, Trumps neues Rüstungsbudget stehe dessen „friedfertigen“ Erklärungen entgegen, dass die Vereinigten Staaten sich in die Angelegenheiten anderer Länder nicht einmischen sollen. Tatsächlich aber war die Stärkung des US-Militärs, so das Blatt, eines der Wahlversprechen des heutigen US-Präsidenten. Er hatte sich für die Beschaffung neuer Waffengenerationen ausgesprochen, die seit einem Vierteljahrhundert immer wieder verschoben worden sei. Zusätzliche Ausgaben in Höhe von einer Billion Dollar wären dafür laut der Zeitschrift nötig.

Dabei schulden die Vereinigten Staaten ihren Gläubigern bereits unfassbare 20 Billionen US-Dollar – weit mehr als die größte Volkswirtshaft der Welt in einem Jahr erwirtschaftet. Noch lässt sich der Schuldendienst leicht schultern, dem Niedrigleitzins der Federal Reserve sei Dank.

Doch da ist ja noch der Zivilbereich der USA, der gigantische Investitionen erfordert. Es war schließlich auch ein Wahlversprechen Trumps, die Infrastruktur in den Vereinigten Staaten zu erneuern, was ebenfalls bis zu einer Billion Dollar verschlingen könnte. Derweil führt Trumps Steuerreform dazu, dass dem US-Haushalt Einnahmen in Höhe dieser einen Billion fehlen.

Indes wird es für die USA langsam immer gefährlicher, mit Billionen um sich zu schmeißen: Der Leitzins der US-Notenbank steigt – es wird immer teurer, die Verpflichtungen zu erfüllen. Mit seinem ganz großen finanziellen Wurf will Trump offensichtlich sein größtes Wahlversprechen einlösen: „Make America Great Again“. Was sich da jedoch wirklich anbahnt, ist nicht die Rückkehr zur alter Größe, sondern der Sprung in eine schwere Finanzkrise, so das Blatt.

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