Fehlen von Trinkwasser und Toiletten tödlich

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Kinder- und Müttersterblichkeit von Sanitär und Wasser abhängig

Hamilton – Sauberes Wasser und die Verfügbarkeit von Sanitäranlagen deuten nicht nur auf Zivilisationsstandards, sondern sind nötige Voraussetzungen für den Erhalt der Gesundheit. Wie krank das Fehlen dieser beiden Faktoren machen kann, haben Wissenschaftler der United Nations University http://unu.edu nun erstmals in konkrete Zahlen gefasst. Ein direkter Zusammenhang zur Kinder- und Müttersterblichkeit lässt sich herstellen, berichten sie in der Zeitschrift “Environmental Health”.

Rettender Zugang

Die kanadische Forschergruppe wertete Daten zum Zugang zu Trinkwasser und Sanitäranlagen von 193 Ländern aus und verglich sie mit der Anzahl der Todesfälle der Kinder bis fünf Jahren und jener der Mütter bis ein Jahr nach einer Geburt. Mögliche Störfaktoren wie das Einkommen oder die durchschnittliche Kinderzahl wurden dabei herausgerechnet.

Die Auswertung verdeutlichte: In den Ländern mit dem schlechtesten Zugang zu sauberem Wasser betrug die Kindersterblichkeit das 4,7-Fache jener Länder mit ausgezeichneter Wasserverfügbarkeit, bei der Müttersterblichkeit immer noch das 2,9-Fache. Waren die Sanitäranlagen das Kriterium, unterschieden sich gut und schlecht versorgte Länder bei Kindern um den Faktor 6,6, bei Müttern um den Faktor 3,2.

Durchfall und Behinderungen

“Hauptgrund für die fatale Wirkung von fehlendem Trinkwasser und Toiletten sind Durchfallerkrankungen”, erklärt Studienleiterin Susan Watt im pressetext-Interview. 1,4 Mio. Kinder sterben jährlich an vorbeugbarer Diarrhoe, 88 Prozent davon in Folge mangelnder Sanitär- und Wasserversorgung oder schlechter Hygiene. Vier Prozent aller Todesfälle und 5,7 Prozent der Lebensjahre mit Behinderungen gehen auf die Kappe genau dieser Ursachen. Würde man sie bessern, könnte man laut WHO zehn Prozent aller Krankheiten verhindern.

Die Stärkung der Kinder- und Müttergesundheit sind die Millenniumsziele Nummer vier und fünf, die die UNO bis 2015 umsetzen will. Zugang zu Wasser und Sanitäranlagen sind dazu zwei Schlüsselstrategien. “Beim Wasser sind wir bisher nicht schlecht unterwegs, bei den Toiletten hat sich die Situation seit 2000 jedoch besonders in den Landregionen weiter verschlechtert”, berichtet UN-Wasserexperte Zafar Adeel gegenüber pressetext. 2015 werden noch immer 2,7 Mrd. Menschen ihre Notdurft im Freien verrichten und 672 Mio. Menschen kein sauberes Trinkwasser haben.

Vorbild Handy

Erst kürzlich bewiesen Schweizer Forscher, dass eine bessere Sanitärversorgung in Entwicklungsländern das Wurmerkrankungs-Risiko mindestens halbiert. Sanitäranlagen müssen von der blitzschnellen Verbreitung von Handys lernen, fordert Adeel, da etwa schon mehr Inder ein Telefon besitzen als ein Toilette. Nach innovativen Lösungen des Problems sucht derzeit eine Forschungsinitiative der Gates-Foundation. (Ende)

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