Russischer Finanzminister: Beschlagnahmung unserer Auslandsreserven durch USA bedeutet Finanzkrieg

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Der russische Bundeshaushalt ist auch auf eine mögliche Verschärfung der US-Sanktionen vorbereitet. Eine theoretisch denkbare Beschlagnahme der Devisenreserven Russlands würde die „Erklärung eines Finanzkrieges“ bedeuten, warnt das russische Finanzministerium.

Wenn unsere Gold- und Devisenreserven beschlagnahmt werden könnten, selbst wenn nur ein solcher Gedanke existieren sollte, dann bedeutet das Finanzterrorismus“, betont der russische Finanzminister Anton Siluanow.

Dem Minister zufolge berücksichtigt der russische Staatshaushalt bereits im Planungsstadium das Risiko von Einkommensausfällen. Der nach wie vor stark von Exporterlösen von Öl und Gas geprägte Haushalt ist auf einen Ölpreis von 40 US-Dollar pro Barrel ausgerichtet. Das bedeutet, dass die russische Politik und Finanzverwaltung auf der Grundlage eines Preisniveaus kalkulieren, das fast ein Drittel unter dem aktuellen Ölpreis liegt.

Investitionsverbot in russische Staatsanleihen möglich

Das Budget hat entsprechend einen „Sicherheitsspielraum für den Fall von Restriktionen und Sanktionen“, führte Siluanow aus. Darin seien Verluste eingerechnet, die durch ein mögliches Verbot von Investitionen in russische Staatsanleihen für ausländische Fonds entstehen könnten. Das US-Finanzministerium prüft derzeit solche Sanktionen.

Wenn wir keinen Sicherheitsspielraum hätten, dann wäre es leicht, uns zu schwächen. Und dann würden unsere angeblichen Freunde sagen: Wenn Sie Hilfe vom Internationalen Währungsfonds erhalten wollen, müssen Sie dies und das tun“, fügte der russische Minister hinzu.

Sollten die Sanktionen allerdings auch das Einfrieren ausländischer Konten der Zentralbank einschließen, wäre das gleichbedeutend mit der Erklärung eines Finanzkriegs gegen Russland, warnte Siluanow. Ein solches Szenario hält er allerdings für unwahrscheinlich.

Russische Investitionssumme in US-Schulden gestiegen

Im Juni berichtete die Nachrichtenagentur Reuters, dass die Zentralbank Russlands kurz nach der Wiedervereinigung der Krim mit Russland angeblich etwa 115 Milliarden US-Dollar von der New Yorker Fed abgezogen hatte. Nach etwa zwei Wochen brachten russische Beamte angeblich jedoch den größten Teil des Geldes wieder zurück.

Nach Angaben, die aus dem September stammen, hat Russland derzeit 103,9 Milliarden US-Dollar in US-Schulden investiert. Diese Summe ist gegenüber dem Vorjahr um 35 Prozent gestiegen.

Beitragsbild: Reuters

Quelle: https://deutsch.rt.com/wirtschaft/61364-beschlagnahmung-russischer-auslandsreserven-durch-usa/